Im Schneckentempo

Fahrer/innen: allein
Strecke: Münchweiler, Weierweiler, Weiskirchen, Thailen, Nunkirchen
Dauer/Länge/Höhenmeter: 1,5 Std
Wetter: 12 Grad, leichter Regen

Passend zum Ziel der kleinen Runde und zum Ende einer nervigen Arbeitswoche: das Schneckentempo. Der leichte Regen stört nicht. Er lockt die Schnecken hervor. Eine Weinbergschnecke soll es sein, die kann man nämlich anfassen. Erst nach einer guten Stunde zeigt sich eine am Wegrand. Wir wechseln die Plätze: Weg und Bike. Jetzt heißt es Geduld haben. Sie sitzt auf dem Sattel – und lässt sich Zeit, bis sie wieder aus ihren Haus heraus kriecht und die Antennen ausfährt. Plötzlich rutscht das Rad etwas weg – und das Geduldspiel beginnt von vorne.
„Richtige“ Gourmets wissen die Weinbergschnecke zu schätzen. Die angeblich leckeren Tiere werden nicht am Wegrand gesammelt, sondern professionell auf Schneckenfarmen „angebaut“. Die Tierfreunde von helix-pomatia machten den Skandal öffentlich, nachdem in der Frauenzeitschrift Brigitte Woman sehr zynisch und beschönigend über die Schneckenzucht berichtet wurde:
Vier Sommer lang fressen die Schnecken sich durch Salat, Klee, Borretsch, Mangold, Raps, Zichorien, Lupinien, Sonnenblumen oder Erbsen; im Winter vergraben sie sich in der Erde, bis sie schließlich im fünften Jahr geerntet werden können. […] Drei Tonnen vier- bis fünfjährige Schnecken hat sie mit Saisonarbeitern in einer angemieteten Metzgerei verarbeitet. Schnecken werden nicht mehr wie früher tagelang in Salz oder Mehlfässer gelegt, um zu entschleimen, das ist Tierquälerei, sondern in kochendem Wasser wie Muscheln gebrüht. (Brigitte)
Da könnte man glatt Vegetarier werden…

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Eine Antwort auf „Im Schneckentempo“

  1. Es freut uns zu sehen daß es auch Byker gibt, die sich auch Zeit nehmen für die Entdeckung der Vorteile von Langsamkeit und Behutsamkeit.
    Ist eigentlich auch naheliegend denn die steilsten Strecken schafft ihr auch nur im Kriechgang.
    Herzliche Grüße vom
    Snailwatching-Erfinder
    Peter Leonhardt

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