Berner Oberland 2012/6

 
Wanderung: Schafmatt
Wir haben sie jeden Tag vor uns, die „Schafmatt“, eine knapp 2000m hoher felsiger Bergkamm mit vielen Verwandten zur rechten und linken Seite. Ein weißes Kreuz strahlt je nach Sonnenstand und Himmelfarbe zu uns herunter und ruft uns hoch.
E und M hatten es schon einmal versucht und den Weg nicht gefunden. Zu viert gehen wir die Sache aufs Neue an. Wir sind hier in einer kaum von Touristen, noch weniger von Wanderern.
So hatten wir Mühe, den Einstieg in die Tour zu finden und eine Stunde lang suchten wir intensiv nach den rot-weißen Markierungen, die zum Teil vom Gras überwachsen waren.
Der erste Teil ging einen steilen Wiesenhang hoch, so steil, dass man die Hände zu Hilfe nehmen musste. Es folgte eine Rinne voller Steine, als Steighilfe gab es ein Drahtseil.
Der nächste Abschnitt führte durch einen von Tannen bewachsenen Hang, es ging sehr steil nach oben. Oberhalb der Baumgrenze konnten wir dann den Durchstieg zum Grat, zum Leiterli, erkennen.
Durch eine felsige Rinne zogen wir uns an einem Drahtseil hoch. Endlich auf dem Grat, belohnte uns eine wunderbare Aussicht auf die mit Eis bedeckten Berner Berge.
Noch zwanzig Minuten und wir standen auf der Schafmatt, deren Gipfel mit einem krummen weißen Kreuz markiert ist. Hier oben weiden Schafe und sie werden, wie uns ein Schild belehrt, von einem Hütehund bewacht und beschützt. Der empfängt uns oben tatsächlich mit Gebell.
 
Da wir den schwierigen Weg nicht mehr zurückgehen wollen, steht uns ein sehr langer Rückweg bevor. Wir benötigen dafür nochmal fünf Stunden. Auf der Rückseite des Berges wandern wir durch eine Moorlandschaft, feucht, geschmückt mit weißem Wollgras.
Bei einer kurzen Rast auf einer bewirtschafteten Alm, auf der ich einen schmerzenden Fuß in den Wassertrog halten muss, bietet der Bauer uns ein Bier an und er würde uns ein Stück mitnehmen…
Wir schaffen es dann alleine – gerade so…
 

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