Westwallbunker

    Fahrer/innen: allein
    Strecke: Lückner, Reimsbach, Erbringen, Honzrath, Fischerberghaus, Saarfels, Beckingern, Hausstadt, Düppenweiler
    Dauer/Länge/Höhenmeter: 3:30 Std / 50 km / 800 hm
    Wetter: 2 Grad, grauer Himmel, Nieselregen

„Sie fahren 31 km/h!“ meckert die Digitalanzeige, als ich nach Oppen komme. Viel zu langsam also.
Mit leichtem technischen Gerät ausgerüstet, mache ich mich auf eine längere Tour. Kein lustiges Wetter, Grau in Grau, sogar die Oppener Kuppe hat sich darin versteckt.

 

In Erbringen schaue ich mir die Luziakapelle an, die über der kleinen Ortschaft thront. Der Platz und die Kapelle sind jedoch nicht so fotogen wie erhofft…
In Honzrath an den Felsenkellern wird dann der Garmin eingeschaltet und die vorbereitete Route aktiviert: „Strecke gefunden“. Mal sehen…
Hoppla, gleich zu Beginn will mich das Biest in eine Richtung, eine Straße schicken, in die ich nicht will. Ich bleibe stur, ich weiß ja, wo ich hin will. Aha: „Strecke neu berechnen“. Jetzt stimmt es. Piepsend zeigt der weiße Pfeil richtig an. Berghoch geht es in Richtung der Schutzhütte oberhalb des Ortes. Und wieder will mich der Kerl in die falsche Richtung schicken. Langsam werde ich sauer. Ob ich irgendwas falsch mache? Oder falsch gemacht habe?
Während ich dies hier schreibe, habe ich die am PC geplante Route auf Mapsource vor mir. Die Planung stimmt…
Auf dem Panoramaweg oberhalb des Hausstadter Tales wird mir warm und ich packe die Jacke in den Rucksack. Der elektronische Guide hat die Strecke wieder gefunden… Sowas könnte ich mir als Guide nicht leisten…

 

Um einen alten Leiterwagen zu fotografieren und noch das graue Hausstadter Tal mit aufs Bild zu bekommen, stapfe ich im Eifer über ein Feld und merke zu spät, wie lehmig der Boden ist. Sauerei! Zentimeterdick hängt die Schmiere an den schönen neuen Mavic-Schuhen. Auch das Motiv war nicht so berauschend. Schlecht gelaunt versuche ich den hellbraunen Brei am Wegrand abzustreifen, jetzt habe ich auch noch Gras mit am Schuh hängen. Mit einem Stöckchen, das ich nurt mit Mühe von einer Weißdornhecke abbreche, kratze ich das Gröbste von den Schuhen. Jetzt ist mir trotz der Aufregung wieder kalt geworden…

 

Der folgende Weg zum Wolferskopf trägt auch nicht gerade dazu bei, meine Laune zu bessern: Er ist sehr nass und schmierig, zum Teil muss ich den Weg verlassen und über die Wiese fahren. Oberhalb des Margaretenhofes gönne ich mir ein Päuschen und schaue rüber zur Saar. Die Siersburg ist kaum zu erkennen.
Es folgt der steinige Trail hoch auf die Höhe. Das nächste Unglück kündigt sich an: Beim kräftigen Reintreten in die Pedale springt sie Kette. Aus Sparsamkeitsgründen fahre ich sie schon seeehr lange… Bisschen schieben, es ist eh sehr steil.

 

Über einen Teil des Bietzenbergers komme ich irgendwann zum Fischerberghaus. Gottseidank geschlossen. Denn ohne ein Getränk zu bestellen, gibt es nämlich hier keine Aussicht auf die Saar…
Das nächste Ziel, den Beckinger Bahnhof von oben her anzufahren, funktioniert auch nicht. Wer ist schuld??

 

Aber das nächste gesteckte Ziel finde ich: das Westwallmuseum Hausstadt, das eigentlich eher auf Beckinger Gebiet liegt.
Bevor ich einen ausgeschilderten Wanderweg hochschiebe, schaue ich noch einem Mann zu, der sich aus Containern mit Lektüre und leeren (halb vollen?) Flaschen eindeckt und sie auf seinem Fahrradgepäckträger verstaut.
Der Westwallbunker Typ Regelbau 10 wurde 1938 erbaut und scheint noch gut erhalten zu sein. Geschlossen. So etwas muss ich auch nicht unbedingt von innen sehen.
Ein Fußpfad führt am Bunker vorbei den Berg hoch. Die Karte des Garmin zeigt sogar diesen Miniweg an, dem ich ein gutes Stück folge, bis er unwegsam wird. Die Openstreetmap am PC ist seltsamerweise nicht so genau. Wie das jetzt?
Immer meiner Nase und dem kleinen Pfeil auf der Karte nach komme ich wieder nach Hausstadt.

 

Unten kracht es immer öfter und immer lauter. Die Stimmung ist wieder im Keller. Anstiege muss ich schieben. Doch dann probiere ich es nochmal: vorne kleines Ritzel, hinten kleinstes Ritzel – und das funktioniert einigermaßen. So zockele ich dann über Oppen, den Lückner heimwärts.
So macht Mountainbiken Spaß.
Das Rad und die Schuhe sind dank eines kräftigen Wasserstrahls wieder sauber geworden…

 

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