Rowdys im Wald

Ein Brief (unter dem Foto) vom Landesfachwart MTB an die Radsportverbände – schön, mal was von dir zu hören, Sascha Schwindling – landet im Briefkasten. Kein neues Thema spricht er an, eher ein Dauerthema: das Miteinander von Menschen, die zu Fuß im Wald unterwegs sind, und solchen, die mit dem Rad unterwegs sind. Das ist ok, man kann nicht oft genug an die Rücksichtnahme der Mountainbiker appellieren, was auf dieser Website auch getan wird. Es ist auch müßig zu versuchen, die schwarzen Schafe zu zählen, die für Ärger sorgen, aber anscheinend sind es einige zuviel. Zugegeben: Gerade in Gruppen macht es schon Spaß durch den Wald zu brettern und leicht verliert man das Gefühl für eine angemessene Geschwindigkeit. Vorausschauendes Fahren hilft meist, einen „Engpass“ rechtzeitig zu erkennen und zu reagieren. Hier muss sich der Guide auch hin und wieder mal einmal an die Nase fassen bzw. ein zeichennach hinten geben…

 

Wir erinnern uns an die Sperrung der Litermonter Gipfeltour, an der – nach Hörensagen – ein paar Downhiller schuld sein sollen, die zu ungünstigen Zeiten einige Spaziergänger verschreckt haben. Die Wirkung ist oft eine große und für die Dauerbiker der Region eine unerfreuliche. Was war wohl der „gegebene Anlass“ des Schreibens vom Landesfachwart?

 

Auf der anderen Seite: Wir sind nun schon sehr viele Jahre in verschiedenen Zusammensetzungen im Wald unterwegs und haben eigentlich wenig Rowdys erlebt.

 

Den Schlussfolgerungen und Bitten von Sascha können wir uns nur anschließen. Schockieren wir die Wanderer – aber durch unsere Freundlichkeit!

 

 

 

Der Brief

Liebe Radsportkollegen,
aus gegebenem Anlass möchte ich mich zu einem Thema zu Wort melden, dass es wahrscheinlich schon genauso lange gibt wie Fahrräder. Auf der Straße ist es dank der StVo geregelt, aber im Wald spielen sich manchmal Szenen ab, über die mich einfach nur ärgern kann!

Wie ihr alle wisst, bin ich selbst sehr viel im Wald unterwegs, weiß also von was ich rede, wenn ich euch zu diesem Thema etwas zu sagen habe. Ich kenne es auch, wenn ich bei schönem Wetter am Wochenende auf dem Bike unterwegs bin und dort Horden von Spaziergänger oder Walker den gleichen Weg benutzen wie ich. Aber diese Leute haben das gleiche Recht dort zu sein, wie ich auch, egal ob das auf einer ausgeschilderten MTB-Strecke (CTF, Permanente, „Pur“) oder auf einem anderen Waldweg ist. Die Waldnutzung beruht auf gegenseitiger Rücksichtnahme, d. h., dass wir als MTBler oder Crosser auch mal anhalten müssen und warten müssen, bis der Weg wieder frei ist und vor allem bedeutet das, dass wir KEIN VORFAHRTSRECHT besitzen, nur weil wir auf dem Rad der vermeintlich Stärkere sind. Ausnahmen bilden hier lediglich ausgeschriebene und genehmigte Rennveranstaltungen auf gesperrten Wegen. Ich habe schon oft genug pöbelnde Radfahrer im Wald gesehen, die einfach draufgehalten haben oder in Millimeterabständen überholt haben. Und ich habe schon oft genug Fußgänger gesehen, die deshalb in den Graben springen mussten. Ich weiß auch, dass es eine Menge Spaß macht, eine Abfahrt runterzurasen und es einen dann nerven kann, wenn drei Fußgänger sich auf dem Weg so breit machen, dass man nicht mehr vorbeikommt und die Gruppe sich auch auf Rufen hin nur sehr langsam oder gar nicht bewegt. Aber dann bitte ich euch, zu bremsen und zu warten, bis die Leute Platz gemacht haben und dann bitte in einem angemessenen Tempo und Abstand vorbeizufahren! Der Wald ist nicht dazu da, Rennen zu fahren oder seinen Frust an Fußgänger auszulassen. Dass Fußgänger Platz machen darf auch nicht als selbstverständlich angesehen werden und sollte uns wenigstens ein freundliches „Danke“ wert sein.

Die Lobby der MTBler ist sehr klein, wir werden im Wald nicht gerne gesehen und wir haben nicht nur Freunde in der Gesellschaft. Daher denke ich, dass wir an unserem Image arbeiten müssen. Durch die unten zusammengefassten Regeln würde das ganz einfach funktionieren und ein freundliches „Hallo“ oder „Guten Tag“ zu den Spaziergängern, Wanderern oder Reitern würde ein großes Stück dazu beitragen.

Jetzt gibt es bestimmt noch einige die denken: „Was betrifft das mich? Es kann mir sowieso keiner was anhaben, ich bin mit dem MTB schnell weg und außerdem nicht zu identifizieren.“

Nicht nur, dass ihr dem Rest von uns schadet, die Behörden wollen uns aus dem Wald vertreiben und verlangen Unsummen für CTFs und die Genehmigungen für Rennveranstaltungen werden immer schwerer einzuholen. Darüber hinaus ziehen sich Sponsoren für Veranstaltungen, Vereine und Teams zurück, weil das Image der MTB- und Crossfahrer schlecht ist, etc. Und zu guter Letzt gibt es dann irgendwann auch im Saarland die Drei-Meter-Regel und das Befahren von Singletrails wird grundsätzlich verboten.

Ihr seht also, dass man mit solchem Verhalten nicht nur den anderen Waldnutzern, sondern dem gesamten Sport schadet und umgekehrt, durch freundliches Verhalten seinem Sport auch helfen kann.

Noch einmal zusammengefasst:

  • Nehmt Rücksicht auf andere Waldnutzer
  • Überholt in angemessenem Tempo und Abstand
  • Seid bremsbereit und rechnet immer mit anderen Waldnutzern
  • Kündigt euer Überholen durch höfliches Rufen oder Klingeln an
  • Seid freundlich, auch zu anderen Waldnutzern

Mit der Hoffnung auf Verständnis und Rücksichtnahme,
Sascha Schwindling, MTB Landesfachwart

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