Schlacko 2008

Die Herausforderung

Niemand konnte eine Ausrede finden: Der Berg war noch da, das Wetter war (wider Erwarten) prima, die Organisation noch besser als im letzten Jahr, die Strecke markiert, die Zuschauer voller Erwartung… In drei Rennen ging es den Berg hoch.

 

Rennen 1: Vierer-Gruppen preschten im 30 Sekunden-Takt die Halde hinauf. Oben wurde die Zeit festgehalten. Das letzte Stück ist das interessante, es zwingt doch viele – nicht gerade in die Knie – aber aus dem Sattel. Der Aufstieg lohnte sich, oben auf dem Plateau gab es: schöne Aussicht, Erdinger, Zufriedenheit, Glück und Stolz, verschwitze Enge…
Rennen 2: Dasselbe nochmal, nur als Massenstart. Wer wollte und konnte, hatte damit die Möglichkeit seine erste Zeit zu verbessern. Einige sparten sich diese zweite Runde, spielten anfeuernde Zuschauer oder fotografierten.
Rennen 3: Es galt, das inzwischen berühmte Steilstück zu bezwingen. Irgendwie wird es jedes Jahr länger und steiler. Zumindest war in diesem Jahr der Untergrund trockener und damit rutschiger und an einigen Stellen durch Erosion auch schmäler. Für die FahrerInnen ist es immer wieder eine schöne Quälerei und oft eine große Enttäuschung, es wieder nur bis zur Hälfte geschafft zu haben. Für andere ist es einfach ein Spaß. Die Zuschauer haben am meisten davon. Sie können die verschiedenen Kletterstile der Biker studieren und sich an den unterschiedlichsten Grimassen ergötzen, ein Eldorado für Fotografen…
Für die FahrerInnen ist volle Konzentration nötig, ein totales Abschalten der Umgebungsgeräusche (z.B. die vielen netten undoder blöden Zurufe der Randsteher), viel Kraft und ein wenig Technik… Fünf Menschen haben es diesmal geschafft mit dem Rad hoch zu kommen…

 

 

Helden oder Könige?

Wie sollen wir uns jetzt fühlen: als Schlacko Kings oder – seit Saar-TV seine Objektive auf das Schlackorennen 2008 gerichtet hat – als Helden? Schwer zu sagen oder leicht: natürlich sind die, die es geschafft haben, beides…
Eric hatte es ja angeküdigt, es wirklich zu erleben, ist nochmal etwas anderes: TV. Wir waren kaum aus dem Auto gestiegen, waren sie auch schon da. Benjamin war ihr erstes, vielmaliges und letztes Opfer. Der Preis des Erfolgs. Ganz schön hart, ein Promi zu sein…
Natürlich wurden auch andere interviewt, gefilmt haben ise auch… Heraus kommen soll eine neue Doku-Soap der Serie „Helden wie ihr“. Wir sind gespannt.
Anmerkung (satirisch):
Beim Grübeln fallen einem doch zwei Begriffe auf, die schlackomäßig jetzt benutzt werden: Könige und Helden. Sind wir im Mittelalter gelandet? Herrscht Sprachverwirrung? Oder sind es einfach hübsche Metaphern und Bilder?
In der Schule haben wir gelernt und lernen es noch: Könige sind die höchsten monarchischen Würdenträger eines souveränen Staates nach dem Kaiser. Im Europa des späten Mittelalters und der frühen Neuzeit war der König in der Regel höchster Souverän seines Landes: Oberhaupt der Regierung, oberster Richter und Gesetzgeber in einer Person.
Bei den Helden wird es noch dramatischer: ein Held liefert sich dem übermächtigen Schicksal nicht aus, sondern stellt sich ihm aktiv entgegen. Helden sind (meist männliche) Personen mit besonders herausragenden Fähigkeiten oder Eigenschaften, die sie zu besonders hervorragenden Leistungen, sog. Heldentaten, treibt. (wikipedia)
Picken wir einaml heraus, was passt: unsere Schlacko-Kings sind auf jeden Fall Würdenträger, sie haben es geschafft, da hoch zu kommen. Und ihre herausragenden Fähigkeiten machen sie auch zu (kleinen) Helden. Gut, dass diesmal kein Sturm aufkam, dann hätten wir vielleicht noch echte Helden bekommen…

 

 

Ergebnisse
Uphill-Rennen
1 Groß, Peter Team Vastness
2 Martini, Benjamin BIKE-AID-RACING
3 Martini, Jonas Team Nero Bikes
4 Mai, Sascha RV Möve Schmelz
5 Radosavljevic, Zoran Radwelt Hawner

 

Hillclimb
1 Martini, Benjamin BIKE-AID-RACING
2 Martini, Jonas Team Nero Bikes
3 Braun, Stefan
4 Geber, Uli BIKE-AID-RACING
5 Büschler, David RV Schwalbe Eppelborn

 

 

Fazit

Wieder eine gelungene Veranstaltung, der richtige Mix aus Professionalität und Improvisation. Die richtige Mischung aus Spaß und Ernst. Wieder halten die Helden fette Preise in den Händen. Sie haben sie sich verdient.
Auch für Bike Aid hat es sich an diesem Abend gelohnt: Es wird fleißig gesteigert.
Vorschlag für nächstes Jahr: Es freuen sich noch mehr Teilnehmer und sie bleiben auch länger: wenn auch noch einige Preise verlost werden…
Danke an Eric Haus und seine fleißigen HelferInnen…

3 Antworten auf „Schlacko 2008“

  1. … mit der Verlosung der Preise hast Du bestimmt Recht, das hatten wir urprünglich vor – andererseits sind nur wenige TN unserem Spendenaufruf gefolgt – obwohl keine Startgebühr verlangt wurde. Dies in Kombination mit, m.E. ungewöhnlich prallem Startpaket und Preisen die man nicht einmal auf internationalen MTB-Veranstaltungen bekommt – da dachten wir uns: wir wollen mal nicht übertreiben und auf Teufel komm raus alles verschenken. Im Zweifel war uns da unsere BIKE-AID Mission lieber: also wohltätige Versteigerung ;-))

    Ride on,

    Eric

  2. Hallo Eric,
    du und deine Leute haben eine prima Veranstaltung wiedermal auf die Beine gestellt.
    Lob 2 an dich: Du hast in deiner kleinen „Ehrung“ auf alpencross.com den richtigen Ton und die wichtigen Aussagen getroffen.
    Danke! Vielleicht bewirkt dies, dass der ein oder andere einfach für sich überlegt: Soll ich das Abenteuer „Wie kann ich anders leben?“
    nicht auch mal probieren. Wir können nur sagen: Es lohnt sich, niemand muss darben oder verzichten. Es macht Spaß und bringt Erfolg, nicht nur beim Biken…
    Wir sind bestimmt nicht auf der ganzen Ökolinie perfekt und durchgestylt und immer noch auf der Suche nach neuen Wegen, Rezepten,
    Produkten, Einstellungen, Menschen…
    mit frischem Gruße
    Norbert

  3. Hallo ihr Martinis,

    ein schöner Bericht! Vielen Dank – ich habe mir die Mühe erspart die wunderbaren Bilder die ihr mir immer zur Verfügung stellt einzuarbeiten. Stattdessen habe mich mir erlaubt eine kleine Würdigung eurer tollen Einstellung zu Bike und Leben in meinen Schlacko-Bericht einzuarbeiten und auf euren Bericht zu verweisen.

    http://www.alpencross.com/d628_der-tag-auf-der-halde.html

    Weiter so! …und irgendwann schaffen wir es vielleicht doch mal wieder zu einer gemeinsamen Tour.

    Sportliche Grüße,

    Eric

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