Ein Gefährt(e)


    Anlass für den folgenden Eintrag ist ein geplatzter Artikel für das VW-Bulli-Magazin. Dort sollte etwas über das zweite VW-Bus-Wrack (bei Wahlen) erscheinen, auch ein Cache. Aber wie sich herausgestellt hat, ist es kein VW, der dort vor sich hin rostet, sondern eher ein Henschel/Hanomag-Fahrzeug, das im Gebüsch vor vielen Jahren entsorgt wurde. Als Ersatz gibt es die Gedanken zu unserem VW-Bus, ohne den unser Mountainbike-Leben nicht so bequem verlaufen würde…

Bald könnte er seinen zwanzigsten Geburtstag feiern, so er ein Mensch wäre. Es ist (aber) unser VW-Bus.
Als sich herausstellte, dass unsere Familie dem Mountainbikevirus verfallen und eine „Heilung “ so schnell nicht in Sicht war, entschieden wir uns, als Nachfolger für den alten VW-Passat einen VW-Bus anzuschaffen. Schnell war klar, dass einer mit Überlänge am besten zu uns passen würde. Die Familie war inzwischen auf sechs Personen angewachsen und das bedeutete, ein fahrbares Transportmittel muss auch in der Lage sein, sechs Mountainbikes und das entsprechende Gepäck und Zubehör zu transportieren. Urlaub wollten wir auch noch ab und zu machen, das würde die Gepäcksituation noch zuspitzen. Also ein T4 mit Überlänge. In Weiß. Ein Turbodiesel…

Der blecherne Gefährte

Bald musste die hintere Zweiersitzbank in die Garage abwandern, denn dann konnten wir die Räder – ohne irgend etwas abzumontieren – komplett nebeneinander hineinstellen. Wer auf den verbliebenen hinteren Sitz verbannt wurde, musste noch damit rechnen, dass er sich ab und zu den Kopf an einem Lenker stieß…
Für den Mountainbike-Urlaub mit sechs Personen musste fast schon ein genauer Plan aufgestellt werden: welche Räder in welcher Reihenfolge möglichst eng zusammenpassen. Manchmal fanden die Koffer erst unter den Rädern Platz… Aber alles funktionierte immer gut, wir waren sehr froh mit unserem weißen Schiff.

Auch in unserem Leben nahmen/nehmen die Mountainbikes, das Mountainbiken, einen großen Platz ein. Die Kondition, das Können steigerte sich, die Lust auf mehr auch. Auf allen möglichen MTB-Radsportveranstaltungen waren wir unterwegs und sind es teilweise noch: CTFs (Crosstourenfahren), Halbmarathons, Marathons (St. Wendel, Kirchzarten, Garmisch), Cross-Country-Rennen, Eifel-Mosel-Cup, Saar-Pfalz-Cup, Deutsche Meisterschaft…
Die drei Jungs waren eifrig und begeistert bei der Sache, die Tochter kümmerte sich mehr um die Betreuung der Racer. Die Eltern machten in ihrer Altersklasse auch mit. Viele Treppchenplätze konnten im Laufe der letzten Jahre erstiegen werden: verschiedene Saarlandmeistertitel, Cup Siege…
Wir engagieren uns auch sozial und wurden Mitglieder bei Bike Aid (www.bike-aid.de) und fahren im Team für diese Organisation.

Die Urlaube wurden natürlich auch mit Bikes und Bus organisiert: Mountainbiken in der Schweiz, in Österreich, in Südtirol, im Piemont, im Allgäu, im Schwarzwald. Wir fahren dorthin, wo es die besten Trails gibt. Der Bus leistet dabei hervorragende Dienste.

Zuhause aber, die Woche über, hat der Bus meist Pause. Einige Familienmitglieder, die zur Arbeit fahren, tun dies mit dem Rad. Und zwar nicht nur aus sportlichen Gründen, sondern wir wollen damit einen ökologischen Ausgleich zu den Wochenendfahrten erreichen, unseren Beitrag zum Umweltschutz leisten. Das haben wir bisher die letzten zwanzig Jahre so durchgezogen, bei fast jedem Wind und Wetter…
Inzwischen ist die Familie zwar etwas auseinander gedriftet, alle sind „erwachsen“, aber immer noch finden viele Aktivitäten gemeinsam statt.

Noch immer läuft der Bus, hoffentlich noch einige Jahre, er wird noch gebraucht. So wird er 2014 als Shuttle-Bus eingesetzt bei geführten Mehrtages-MTB-Touren im saarländischen Hochwald und im Dreiländereck Deutschland-Frankreich-Luxemburg. Wir bringen unsere Erfahrungen beim MTB-Techniktrainig- und Touren-Veranstalter Atracktive (www.atracktive.com) ein, wo diese Touren gebucht werden können.

Die Familie ist inzwischen auf zehn Köpfe angewachsen, die Enkel werden in zwei Bikeanhängern transportiert und der älteste Sohn verstaut seine Räder und seine Familie – in einem VW-Bus. Der ist etwas kürzer und schwarz…

… und so sieht die Geschichte bei vw-bulli.de (unter Bulli-People/Biker) aus: Die Mountainbike-Familie

Nachtrag: Am 25.08.2019 verlässt der Bus seinen vertrauten Platz in der Wahlenerstraße. Nach 25 Jahren haben wir ihn verkauft. Dafür steht jetzt ein neuer T6, natürlich kleiner, aber komfortabler, in der Garage…

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