Nepal 2014: Fazit 2

Ein Fazit von Norbert:
Es war so sehr viel mehr als erwartet. Klar, man hat Fotos von den fantastischen Bergen des Himalaya gesehen, viel Positives gelesen (aber nicht nur), aber dass diese Reise auch nach einigen Wochen zuhause noch lange nicht zu Ende ist, zeigt, welchen Eindruck sie hinterlassen hat.
Es war wie eine Symphonie, gespielt von vielen Instrumenten. Den Ton angegeben haben natürlich – wie Vorredner Jörg schon geschrieben hat – die Berge, die Landschaften, das gute Wetter, die Menschen… Für mich kam der spirituelle Aspekt, die Begegnungen mit den Religionen und das nepalesische Essen noch dazu. Alle diese Elemente haben wunderbar zusammen gepasst. Zugegeben, für uns war es die erste Begegnung mit Asien. Die Faszination des Neuen, Fremden spielte auch seine Rolle. Und das Musikstück, das gespielt wurde, war selbstverständlich das berühmteste Mantra weltweit: „Om mani padme hum“.

Und dieses Mantra, dieses universelle Gebet, dieses Spirituelle hat das Materielle durchdrungen. Schon rein akustisch war das Lied zumindest in Kathmandu an vielen Orten präsent: Es war auf dem Affentempel zu hören, viele Läden in der Stadt lassen es permanent laufen. Sie wissen um die magische Wirkung der Melodie.
Auch die vielen anderen religiösen Symbole und die religiösen Praktiken der Menschen haben neugierig gemacht. Wir haben einige Feste in den Dörfern miterlebt und eine Totenfeier in Dharapani. Religion oder Philosophie in einem Buch zu studieren oder die reale Umsetzung zu erleben, das ist schon ein Unterschied.
Wem der Buddhismus zum Beispiel grundsätzlich sympathisch ist, der wird in Nepal erst recht davon berührt. Bunt und fantastisch wirkt mit seinen vielen skurrilen Göttern dagegen der Hinduismus bzw. das, was man in Nepal davon erlebt. Für mich bedeutet das, mich noch näher z.B. mit Buddhismus zu beschäftigen und auch die praktische Seite, z.B. die Meditation, auch auszuprobieren…

    Buddhismus ist eine praktische Lehre, mit deren Hilfe Menschen sich geistig entwickeln können. Dem Buddhismus nach kann der Mensch seinen Geist soweit sammeln, entwickeln und bereichern, dass seine psychische Energie frei fließt und er dauerhaft glücklich ist. Damit wächst er aus Zuständen von Leiden und Langeweile, Unzufriedenheit und Unbehagen, Ruhelosigkeit und Besorgtheit heraus.
    Seit 2500 Jahren hat die buddhistische Tradition eine Vielzahl von Praktiken und Lehren entwickelt, die den unterschiedlichen Bedürfnissen verschiedener Menschen, Zeiten, Kulturen und Temperamente angepasst sind. Buddhismus bietet eine weitreichende Vision, ein transzendentes Ziel an, das dem geistigen Wachstum von Menschen keine Grenzen auferlegt. Es wird als „Erleuchtung“ bezeichnet. (buddhanetz.org)

Über die Begegnung mit den Menschen in Nepal ist schon einiges gesagt worden, in einem Fazit muss es wiederholt werden. Nicht nur das Miteinander der drei „Bleichgesichter“ verlief angenehm harmonisch, auch der Kontakt mit unseren nepalesischen Guides, Trägern und Fahrern war ein Erlebnis und eine schöne Erfahrung. Immerhin waren wir drei Wochen lang mit ihnen zusammen. Am engsten mit Tensing und Hari. Ihre Hilfsbereitschaft und Fürsorge waren nie lästig oder aufdringlich. Ihr Ernst und ihre Fröhlichkeit waren gleichermaßen echt und angenehm. Wir werden uns immer an Tensings Lachen erinnern, wenn wir gemeinsam unsere Witzchen machten.
Von diesen konkreten Menschen auf andere oder alle Nepalesen zu schließen, ist natürlich schwierig und eher unzulässig. Doch wir haben nach diesen drei Wochen schon den Eindruck, dass sie (vielleicht aufgrund ihrer Religion?) mit ihren sehr einfachen, bescheidenen Lebensverhältnissen sehr gut zurecht kommen.

Auch über das Essen in Nepal gab es schon einen Bericht. Es soll nur noch einmal betont werden, dass für jemanden, der vegan lebt (der Tiere und seiner Gesundheit zuliebe) in Nepal ideale Bedingungen vorfindet. Es ist so einfach und unstressig, mit der Ernährung klar zu kommen. Man wird nicht komisch angeschaut wie oft bei uns in Europa, vegetarisches Essen ist hier Standard.

Nepal ist bestimmt nicht für jeden etwas. Man kommt bei guter Kondition auch gut mit dem Mountainbike zurecht, kann längere, weniger interessante Wegstrecken zügig zurücklegen und findet mehr Zeit für das Interessante. Wer mit einfachen Unterkünften und manchmal ohne warmes Wasser oder Strom zurecht kommt, wilde Landschaften sucht und zufriedene Menschen und eine spirituelle Bereicherung, der ist in Nepal genau richtig.

Eine Antwort auf „Nepal 2014: Fazit 2“

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.