Eine Nepalreise und die Folgen

Es ist zwei Jahre her – und doch so präsent. Wir wollten eigentlich „nur“ die höchsten Berge der Welt sehen und mit dem MTB umfahren, wir wollten mal eine Fernreise machen und ein wenig das Flair und den Geruch von Asien einatmen. Aber es wurde viel mehr daraus.

Aber scheinbar stand die Reise im Jahr 2014 unter einem schlechten Stern: Im Flugzeug hörten wir von einem schweren Unglück in Nepal, einem Schneesturm, wie es ihn seit Jahren nicht mehr gegeben hatte. Er kostete fünfzig Menschen das Leben. Der Blizzard tobte im Gebiet des Thorong La – das ist der Pass, den wir eine Woche später überqueren wollten. Schlechte Aussichten für unseren Trip…
Zusammen mit unseren Guides von Makalu Adventure Kathmandu haben wir die Route dann abgeändert und angepasst. Wir näherten uns dem Pass und damit dem Annapurnagebirge von Manang aus bis auf 4000 m Höhe. Dann kamen wir mit unseren Bikes nicht mehr weiter. Wir kehrten auf dem selben Weg, nämlich durch die Marsyandi-Schlucht wieder zurück nach Besishahar. Per Kleinbus kamen wir auf die andere Seite des Himalaya und konnten von Pokhara aus noch einige MTB-Touren machen.

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Es war eine Reise der Gegensätze: Wir erlebten die Schönheit, aber auch die zerstörerische Gewalt der Natur. Wir konnten zu den gewaltigen Achttausendern und ihren Gletschern aufblicken und mussten über einen gefährlichen Pfad balancieren, weil der Monsun einen Teil einer Bergstraße weggerissen hatte.
Wir sahen und erlebten die Armut der Bevölkerung, aber gleichzeitig haben wir ihre Lebensfreude, ihre Geduld und Freundlichkeit schätzen gelernt. Wir hatten nicht nur unterwegs Kontakt zu Einheimischen, sondern waren drei Wochen lang mit vier Nepalesen unterwegs und lernten diese Menschen näher kennen und schätzen.
Wir sahen und erlebten den Unterschied zwischen West und Ost, in unserem Fall die westlichen Touristen und die asiatischen Menschen: große Gegensätze. Die einen laut, besitzergreifend, arrogant und unangenehm, die anderen leise, geduldig, bescheiden, angenehm.

Alle Berichte, Fotos und Videos gibt es hier

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Mit all diesen Erfahrungen kehren wir nach drei außergewöhnlichen Wochen zurück nach Hause. War es das jetzt? Unser normales Leben geht weiter? Natürlich, aber es hat sich doch wohl einiges geändert: Unsere Sicht auf die Welt und die Mitmenschen ist eine andere. Wir leben mit mehr Dankbarkeit im Herzen über unsere gute Situation und mehr Achtsamkeit im Alltag. Dann wird der Kontakt zu Nepal und den Menschen, die wir kennen gelernt haben plötzlich wieder sehr eng. Im Frühjahr 2015 wird Nepal durch zwei Erdbeben stark zerstört und Tausende verlieren ihr Leben, Millionen ihr Dach über dem Kopf. Internationale große Hilfsprogramme laufen an, aber die Politik, die Politiker in Nepal sind nicht fähig, die Lage in den Griff zu bekommen. Die Menschen sind auf die Hilfe der nichtstaatlichen und privaten Organisationen angewiesen. Hier funktioniert es. Wir sind dabei.

Mit Hilfe unser vielen Fotos uns Filme können wir acht Bilderabende über unsere Reise nach Nepal gestalten und insgesamt fast 8.000 Euro Spenden sammeln. Es machte uns sehrt froh, in der Öffentlichkeit von unseren Erfahrungen berichten – und helfen zu können. Wir unterstützen sowohl unsere Bekannten in Nepal persönlich und direkt, aber auch verschiedene Hilfsprojekte.

Und es ist wohl mit auf unsere Erfahrungen auf diese Reise zurück zu führen, dass wir uns alle drei, die in Nepal dabei waren, nach dem Ende dieser Hilfsaktionen weiter sozial engagiert haben und noch immer sind: Wir haben uns in der Flüchtlingshilfe vor Ort engagiert und einen Fahrradtreff für Flüchtlinge aufgebaut.

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2016 folgte ein weiterer Vortrag über „Kinder in Nepal“ auf einer privaten Geburtstagsfeier, wo die Gäste für das Kinderhaus Kathmandu spenden konnten.
Ein Bilderabend mit dem Schwerpunkt „Mountainbiken in den Bergen“ gab es im Herbst. Wir zeigten Fotos von unseren Touren in den verschiedenen Regionen der Alpen. Dabei konnten die Zuschauer wieder für das immer noch Not leidende Nepal spenden. Der Erlös dieses Abends ging auch an das Kinderhaus Kathmandu.

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