Graubünden (6)

Freitag
Val Piora
ca 6 Std, ca 1200 hm, Start: Lukmanierpass

Wir starten am Lukmanierpass auf 1915m, direkt am Staussee Lai da Sontga Maria. Laut Singletrailmap sollen es meist leichte Karrenwege sein. Welch eine Enttäuschung, als der breite Weg zum Passo dell Uomo (2666m) nur noch aus Steinen besteht, faustgroß und größer, rutschig. Und der Weg steigt an und wird immer steiler. Wir schieben einen Dreiviertelstunde, denken manchmal ans Umkehren.
Doch wie sehr werden wir belohnt: Ab dem Pass fahren wir eine Bilderbuchtour, wie wir sie kaum je zusammen gefahren sind. Ein wunderschönes, breites Tal liegt vor uns: schneebedeckte Berge im Hintergrund und zu beiden Seiten grüne Matten, rauschende Bäche, kleine Wasserfälle, Brücken und über uns strahlend blauer Himmel.

Am Pass wählen wir einen Singletrail, um ins Tal und zu den angekündigten Seen und zur Cappana Cadagno zu kommen. Nicht immer fahrbar, aber das war auch gar nicht nötig… Gegen Ende gibt es dann einen schönen, langen und für uns beide fahrbares Wiesenstück bis zur Hütte. Gegen Mittag kommen wir an der Cadagno-Hütte an. Ein bisschen Betrieb, weil man mit dem Auto von Airolo (Italien) hier hoch fahren kann. Wir fahren noch weiter bis zum Lago Ritom.

Oberhalb des Sees machen wir Mittag. Tief und blau liegt er unter uns, neben unserem Rastplatz steht makellos weiß eine Kapelle. Wir sind nun fast in Italien, zumindest im Tessin.
Unser Rückweg führt uns um den Lago Cadagno herum, einem Schmuckstück an See. Wir umrunden ihn ganz, zwängen uns an einer Herde Kühe vorbei, sammeln massenweise frische Kuhscheiße mit den Reifen, bleiben an einer uralten Steinhütte sitzen – und wollen gar nicht mehr weg…

Wieder an der Cadagnohütte wählen wir jetzt den signalisierten, breiten, sehr gut fahrbaren, weil nur mäßig ansteigenden Mountainbikeweg, der auf der anderen Seite des Val Piora zum Passo del Uomo führt. Inzwischen brennt uns die Sonne auf die Helme, aber wir fahren…

Eine letzte kleine Pause mit Fernblick ins Tal bis zum Cadagnosee, die letzten Brote vertilgen. Am Pass zurück, steht uns wieder der steinige Weg bevor, diesmal hinunter zum Stausee Lai da Sontga Maria. In diese Richtung ist er fahrbar, wenn auch mit wenig Spaß, denn er ist verdammt rutschig. Zum Teil sind die Steine auch zu groß und vor allem zu locker. Wer kam bloß auf die Idee, diesen Weg so zu bauen …
Doch dieser Weg trübt kaum die wunderbaren Eindrücke, die wir von dieser Tour mitnehmen…

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