Living Churchyards

Nachtrag 2 zur Cornwallreise

Wer sich für die Kultur eines Landes interessiert, der kommt an der Religion und damit an den Kirchen nicht vorbei. So fallen uns in Cornwall schnell die Kirchengebäude der anglikanischen Kirche auf, die oft einen eckigen Turm gleich einer Burg besitzen. Noch auffallender sind oft die Friedhöfe rund um die Kirche: vergammelt, ungemähte Wiesen, ungepflegte Gräber, keine Wege. Fragezeichen im Kopf, bis wir auf einem Gelände das Hinweisschild entdeckten: Living Churchyards. Wandeln hier die Toten über den Friedhof? Das würde zu Old England passen…

Es ist ein ökologisches Konzept, das es seit vielen Jahren in England gibt.
Auch die Landschaft in Großbritannien wird immer mehr industrialisiert und urbanisiert, so dass es weniger Orte für die Tier- und Blumenwelt gibt, um zu überleben.. Aber es gibt kleine Gebiete in jedem Dorf und sogar in der Stadt, die dagegen halten. Dazu gehören die Kirchhöfe, und in einigen Teilen des Landes sind sie die einzigen geschützten Ökosysteme, wo Reste der örtlichen Flora und Fauna überleben können. Das so genannte „Living Churchyards“ -Projekt ist nicht so sehr eine Vision von den Toten, sonder eher die Verehrung des Heiligtums der Arten, deren Lebensraum beschnitten wurde. Jetzt führen mehr als 6.000 britische Kirchhöfe ihre kleinen Grundstücke als heilige Ökosysteme – ohne Pestizide, und das Gras wird nur einmal im Jahr gemäht, damit Vögel, Reptilien, Insekten und Fledermäuse gedeihen können.(angepasste Übersetzung aus www.ecochurchsouthwest.org.uk)

Die „Landschaften“ haben mir natürlich als Fundgrube für interessante Fotomotive sehr gefallen. Die Gräber waren meist auch über 100 Jahre alt und die Inschriften auch nicht mehr lesbar. Die friedlichen Ökosysteme strahlen eine ganz besondere Atmosphäre aus. Meist gibt es noch einen aktuellen, gepflegten Friedhof, den haben wir aber in Ruhe gelassen…

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