Die afrikanische Welle

Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge

Nach der arabischen Welle (2015- 2017) kann man in diesem Jahr von einer afrikanischen Welle sprechen.
Es scheint eine neue Phase in der Flüchtlingsbewegung zu sein. Wir mit unserer kleinen Einrichtung stehen am Ende der langen Kette, wir spüren die Veränderung aber auch. Kamen in den letzten drei Jahren mehr die arabischen Flüchtlinge nach Schmelz und zu uns, so sind es seit einem halben Jahr mehr Menschen aus Afrika, die zu uns flüchten und letztendlich auch bei uns in der Werkstatt auftauchen und nach Fahrrädern fragen.

Die Flüchtlinge aus Afrika, meist aus Eritrea und meist junge Männer, verändern etwas die Bedingungen und damit die Arbeit in der Werkstatt, es entsteht eine neue Qualität. Diese Menschen sind den Umgang mit dem Fahrrad aus ihrem bisherigen Umfeld mehr gewohnt als die arabischen Menschen. Sie übernehmen die Räder mit viel Begeisterung, sind aber auch sachkundiger und oft kritischer. Sie probieren die Räder vor der Übernahme ausgiebig aus und schwirren nach Erledigung der Formalitäten fröhlich winkend davon.
Inzwischen kommen einige auch direkt von der Landeswohnsiedlung Lebach zu uns. Dort scheint es sich herumgesprochen zu haben, dass es in Schmelz Fahrräder gibt. Für uns kein Problem. Wir helfen in Fahrradfragen jedem gern.

In der ersten Phase haben wir es geschafft, einige syrische Flüchtlinge für die Arbeit in der Fahrradwerkstatt zu begeistern und zu gewinnen. So arbeiten inzwischen vier bis fünf Syrer regelmäßig in der Werkstatt mit und sie können inzwischen auch die etwas komplizierteren Reparaturen wie z.B. Bremsen einstellen oder neu einbauen, erledigen. Für uns ist das eine Form von Integration. Dazu kommt, dass ein Werkstatttermin immer auch ein Ort der Kommunikation und des beiderseitigen Austauschs ist – mit Informationen und Hilfestellung für alle Beteiligten. Für die schwierigen Aufgaben, wie z.B. eine Schaltung neu einbauen, sind die einheimischen Helfer gefragt.

Die ganz einfachen Reparaturen müssen die Flüchtlinge unter Anleitung entsprechend unserem Konzept selbst durchführen: Fahrradmantel wechseln, Schlauch reparieren, den berühmten Plattfuß.
Hin und wieder kommen auch Einheimische oder Spender wegen Fragen zum Fahrrad oder Hilfestellung zu uns. Gegen eine kleine Spende wird dann auch ihnen geholfen.
Ein Aufruf im Schmelzer Amtsblatt wegen weiterer Spenden von Fahrrädern hat uns inzwischen wieder eine volle Werkstatt beschert…

An diesem Samstag: auch wieder volles Haus. Schon um neun Uhr stehen etwa 10 Afrikaner vor der Tür . Das macht das Aufbauen etwas schwierig, denn alle wollen helfen oder schon Räder aussuchen. Das müssen wir in Zukunft etwas ändern.
In paar syrische Menschen kamen dann auch, so war es wie in den Anfangstagen des Projekts…

Danke an die Helfer, die Gottseidank an diesem Vormittag zahlreich waren: Elisabeth, Benjamin, Uwe, Obeida, Semon, Mohammad, Feras, Tekjie…
Nächste Werkstatt für Flüchtlinge: Sa, 2.6.2018

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