Altstadtflair in Ottweiler

DAS war wirklich eine Tagestour! Wir waren von 8 bis 18 Uhr unterwegs. Und DAS war grenzwertig! So eine Tour darf ich nicht wieder planen. Die technischen und biologischen Akkus waren gegen Ende dann doch leer…

Der erste Teil der Tour führt über bekannte Wege bis nach Finkenrech, vorbei an der Josefskapelle zu dem schönen Trail am Waldrand. Seltsamerweise fahren noch viele Mountainbiker lieber den breiten Feldweg nebendran. Soll uns recht sein, weniger Betrieb auf dem Trail. Hinter Berschweiler beginnt „Neuland“. Wir kommen zur „Biberburg“, wie das schön gelegene Schullandheim heißt, und dann auch auf den Biberpfad. Der ist hier sehr wurzelig und zum Teil so steil mit Stufen, dass die ersten Schiebereien notwendig werden. Danach endet der Wald und der Blick kann frei über die saarländische Landschaft schweifen: Kulturlandschaft: Felder, Hecken, Straßen, kleine Wälder, alles über kleine Hügel verstreut. Pünktlich zur Mittagszeit sind wir in Ottweiler, dem eigentlichen Ziel unserer Tour, wobei natürlich immer auch der Weg das Ziel ist…
Unser erwartet ein kleines, an diesem Sonntagmorgen sehr ruhiges Städtchen mit einem richtigen Altstadtflair. Kleine, hübsch restaurierte und gepflegte Häuschen, eng aneinander stehend in engen Gässchen, geplasterte Gassen, kleine Plätze, ein alles überragender Kirchturm – einfach angenehm anzusehen. Und vor allem: keine Hektik, keine Menschenmassen. Manchmal hört man Stimmen und Geschirrgeklapper aus offenen Fenstern – ein menschlicher „Lärm“…

Auf dem Rückweg vor Hangard verfahren wir uns ein bisschen. Mein Komoot spielt etwas verrückt und versteckt laufend seine Karte und wir finden nicht den richtigen Weg, so dass wir ein paar Kilometer die Hauptstraße benutzen.
Das war der Beginn einer kleinen Pechsträhne. Bald geraten wir im Wald vor Neunkirchen in ein vom Windbruch verwüstetes Stück und müssen schwer arbeiten. Eine halbe Stunde später dasselbe nochmal.
Inzwischen sind wir in einem anderen typischen Teil des Saarlandes gelandet: Industrielandschaft mit Fördertürmen, Schornsteinen von Fabriken, Industrieanlagen, Grubenlandschaft, Absinkweihern…
Aber es gibt gute, interessante Trails hier.
Am Itzenplitzer Weiher herrscht Sonntagsbetrieb: Spaziergänger, Hundehalter verstopfen die Wege, alle wollen in die „Natur“… Am Absinkweiher Hahnweiher bei Merchweiler wird fleißig gebadet, entsprechend laut ist es hier, der Trail daran vorbei ist zugewachsen und stachelig…

An kleinen Dörfern wie Wiesbach, Mangelhausen vorbei nähern wir uns wieder bekanntem Terrain: Eiweiler, Landsweiler.
Inzwischen gehen die Kräfte von Elisabeths Akku zu Ende und bei jeder Gelegenheit „spart“ sie. Wir schaffen es bis Lebach. Am Krankenhausberg ist dann Schluss mit E. Wir helfen uns gegenseitig über die „Durststrecke“: Räder tauschen, schieben, ziehen. Mein Akku, der etwas mehr Power hat, ist noch belastbar.
Ziemlich ko kommen wir sonntagsabends zuhause an und wissen, dass eine Tour dieser Länge unsere technischen und biologischen Möglichkeiten etwas übersteigt. Und bessere Planung ist notwendig: genauere KIlometerangaben, mehr Verpflegung, mehr Wasser mitnehmen… Trotzdem: eine bleibende Erinnerung.

Fahrer/innen: mit Elisabeth
Strecke: Ziel: Ottweiler – Siehe Karte Komoot!
Dauer/Länge/Höhenmeter: 7:30 Std / 90 km / 1500 hm
Typ/Zweck: Sonntagstour
Wetter: 18-24 Grad, bewölkt, ssonnig
Fotos: Sony rx100 / 25 St.
Steine: 1 Rohling
Rad: Levo

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