Der erste schwere Sturz

… ist jetzt zwanzig Jahre her. Danach gab es noch zwei Knochenbrüche, aber der erste war schon ziemlich heftig. Die meisten unserer Stürze vom Rad gehen jedoch gut aus… So gibt es aus den Tiefen des Tagebuches hervorgeholt, aus diesem Anlass den Bericht zu jenem denkwürdigen Tag:

Tag: So, 13.01.02
Strecke: Rappweiler, Weiskirchen
Dauer/Länge: 2,5 Std
Fahrer/innen: mit Benjamin, Jonas, Uwe und Klaus

„the last dance im schnee“
Wir wollen ja nicht abergläubig sein: es war der 13. Wir wären es jedoch besser gewesen!
Die Tour fängt gut an: schönes Wetter, nicht zu kalt, mit fünf Leuten eine ziemlich große Besetzung. Die Wege sind gut zu befahren, denn inzwischen ist der Schnee flach getrampelt und fest. Nur auf den Straßen kann es noch etwas glatt sein.

Nach Rappweiler rauf wird der Schnee höher und die engen Trittspuren anstrengender zu fahren. Immer wieder rutschen wir aus der Spur raus und auch mal weg und plumps in den Schnee. Bergrauf kein Problem. Auch eine Schlietenbahn bereitet keine Probleme. Vom Erlebnispark Rappweiler aus geht es dann weiter in Richtung Weiskirchen. Bei dieser Abfahrt legt sich Jonas zweimal in den Schnee, beide Male weiche Landung.
Den dritten Abflug mache ich dann. Dort wo es runter zum Schwimmbad geht, rutscht mir das Vorderrad nach links weg und ich habe sofort Bodenkontakt. Es wird der x-te Sturz in meiner Bikerlaufbahn, aber der härteste und folgenreichste. Ich lande genau auf dem linken Oberarm – später überlege ich, ob nicht noch der Lenker mit im Spiel bzw. im Weg war. Leider kein weicher, sondern fester Schnee, der mich nicht sehr freundlich empfängt. Aber wie nach jedem Sturz stehe ich wieder auf – Ausnahme Jonas: der muss liegen bleiben, bis ein Foto gemacht ist. Na, ein paar schöne blaue Flecken gibt das schon, denke ich und sammele die Trinkflasche ein, die die Gelegenheit zu ner Schlietenfahrt genutzt hat, schiebe das Rad noch ein paar Meter, will dann aufsteigen und merke, hoppla, das geht ja nicht. Ich kann den Lenker nicht halten. Inzwischen beginnt der Arm auch zu schmerzen und wir alarmieren schon mal Taxi Elisabeth.
Nach einer Konsultierung von Leibarzt C.J. landen wir im Krankenhaus Losheim.
Etwas betrübt machen sich die Unverletzten auf den Rückweg- ohne Guide Nobbi.
Nach einer leicht schmerzhaften Bandagierung des Arms und einem Röntengang ist klar: Kugelgelenk des linken Oberarms gebrochen, sogar zertrümmert. Schock…Danke und Ade, lieber Winter!
Im Rolls Royce (sehr witziger Krankenhausjargon!) werde ich abtransportiert. Montag: Operation.

Die gibt es dann doch nicht, weil Aussicht besteht, dass der Bruch konservativ behandelt werden kann, also selber heilen kann. Der Knochen ist zwar ziemlich kaputt, aber noch in der richtigen Lage. Doch bis Freitag muss alles stabil bleiben. Der Krankenhausaufenthalt bis Mittwoch wäre ein eigener Tagebucheintrag wert. Mal sehen. Nur mit links tipot es sigch nich so flüssug…
Freitag: Gottseidank alles stabil, keine Operation. Zwölf Wochen Zwangsurlaub von Beruf und Bike… Auf Wiedersehen Bikes und Freunde dann im Frühling, der Winter wird jetzt einfach übersprungen…
Doch da steht noch irgendwo im Haus diese Rolle? Mit einer Hand müsste das doch …


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