Flüchtlingshilfe in Schmelz

Info: Fahrradtreff für Flüchtlinge Schmelz
Bicycles for refugees
Die Flüchtlingshilfe in Schmelz wurde initiiert von den Schmelzer Pfarreien und wird getragen von mehr als 20 freiwilligen Helferinnen und Helfern: Patinnnen/Paten, Deutschlehrerinnen/Deutschlehrern, sonstigen Helfern…
Die Flüchtlinge, meist Syrer, einige Menschen aus Eritrea und Afghanistan, bekommen von der Gemeinde Wohnungen und Häuser zugewiesen. Fahrräder spielen im Leben dieser Menschen, die meist auf ihre Anerkennung als Asylbewerber warten oder sie auch schon haben, eine wichtige Rolle. Es macht sie einigermaßen mobil. Die Fahrten zu den Jobcentern, Ausländerbehörden oder Tafeln lassen sich damit organisieren.

So hat sich aus dieser Gruppierung heraus Anfang des Jahres 2015 ein Fahrradtreff für Flüchtlinge entwickelt, dessen Herzstück eine kleine Fahrradwerkstatt ist.
Eine Gruppe von Mountainbikern rund um die „Lückners“ helfen in der Werkstatt, inzwischen zwei Mal in der Woche: die Werkstatt ist samstags vierzehntägig von 10 bis 12 Uhr für alle geöffnet, montagabends wird in der Werkstatt nur repariert – ohne Publikumsverkehr…

Und: samstags im Wechsel mit der Werkstatt gibt es das Angebot einer Fitness-MTB-Runde für Flüchtlinge — Mountainbiken ist mehr…



Herbst 2019 Werkstatt abgebrochen!
Das erste Mal seit fünf Jahren Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge: Wir brechen die Werkstatt schon um 10 Uhr ab und schicken die Leute nach Hause…
Als wir um 9 Uhr kommen – diesmal selber mit Fahrrad – stehen etwa 40-50 (!) Leute in Wartestellung. Syrer, Afrikaner, Erwachsene, Kinder gemischt. Da wir nur zur Zeit vier fertige Räder zur Verfügung haben, kündigen wir eine Verlosung dieser Räder an.

Kaum haben wir unsere Tische und Bänke aufgebaut, drängen sich alle wieder heran – in der Hoffnung, irgendwie der/die erste zu sein, die/der ein Rad bekommt.
Inzwischen sind Semon und Mohammad gekommen und können zumindest in Arabisch übersetzen. Die Lose sind vorbereitet, aber die Masse drängt sich so dicht heran, dass ich darum bitte, eine Reihe zu bilden. Was leider nicht funktioniert. Als ich mich dann auf die andere Seite auf den Schulhof stelle und die Schachtel mit den Losen hinhalte, gibt es Chaos – und wir brechen das Ganze ab und schließen die Werkstatt.
Fazit: So können wir nicht mehr weitermachen. Es sei denn mit „Polizeischutz“…
Wir werden also an Flüchtlinge aus Lebach keine Räder mehr ausgeben. Nächste Woche werde ich mit den Leuten vom Diakonischen Werk, die im Lager eine Werkstatt betreiben, nochmal reden und sie bitten, sich selbst gebrauchte Räder zu besorgen…Wir werden Spendenangebote, die zu uns gelangen und aus dem Raum Lebach stammen, jetzt direkt an die Diakonie „weiterreichen“…


Sommer 2019: Zum 5. Geburtstag
… gab es einen Tag der offenen Tür in der Werkstatt für Flüchtlinge
Seit dem Sommer 2015 gibt es das ehrenamtliche Projekt „Fahrradtreff für Flüchtlinge“ in der Gemeinde Schmelz, deren Herzstück die Fahrradwerkstatt an der Grundschule Schmelz ist.
Um Danke zu sagen an die Helfer und die Unterstützer des Projekts gab es jetzt den 3. Tag der offenen Tür, wo unsere Arbeit zu besichtigen war. Getränke und etwas Essen, eine Fotoausstellung und ein kleiner Flohmarkt sorgten für Information und Kommunikation.

In letzter Zeit hatten wir wieder viel Zuspruch, aber heute war es besonders heftig. Inzwischen kommen viele Flüchtlinge direkt aus dem Aufnahmelager (politisch: Ankerzentrum) Lebach zu uns.
So standen um 8 Uhr, als wir zum Aufbauen anrückten schon wieder eine ganze Menge Leute vor der Tür. Sie wussten zwar nichts von unserem „Geburtstag“, aber sie wussten, dass unsere Tür immer offen ist.

Nachdem die fertigen Räder draußen standen und die Flohmarkttische gefüllt waren, begann der Ansturm – und wir hatten alle Hände voll zu tun. Viele gingen wieder leer aus und es gab bei einigen Kindern auch Tränen… Da aber an dem Vormittag auch noch Räder gebracht wurden, konnten wir letztlich doch alle zufrieden stellen…
Einige Helfer wie Jörg und Benjamin konnten ziemlich schnell die gespendeten Räder wieder flott bekommen und es gab wieder mehr zufriedene Gesichter.
Besucher z.B. aus der Gemeinde Schmelz waren nicht allzu viele gekommen, aber über einige haben wir uns gefreut. Zu erwähnen sind: Wolfram Lang, der neu gewählte Bürgermeister von Schmelz, Marlene und Norbert vom Vorstand des Deutsch-Syrischen Freundschaftsvereins, einige bekannte Mountainbiker wie Julia und Mark…

Einige gute Gespräche gab es mit Flüchtlingen aus Lebach, mit dem Bürgermeister und dem Vorstand des Vereins.
Nochmal vielen Dank an unsere Kinder mit Anhang, an die Syrer Mohammad und Semon.
Müde, aber zufrieden konnten wir gegen 14 Uhr die offenen Türen wieder schließen…



Sommer 2018: 3 Jahre Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge
Seit über drei Jahren gibt es in Schmelz eine kleine Fahrradwerkstatt, die im Rahmen der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe von der Mountainbikegruppe „Die Lückners“ betrieben wird. Ein kleines Organisations- und ein Mechanikerteam sorgen dafür, dass die von der Bevölkerung gespendeten Räder abgeholt, überarbeitet und an Flüchtlinge weitergeben werden.

Zudem ist die Werkstatt ein Treffpunkt für Flüchtlinge, wo sie untereinander und mit Deutschen kommunizieren können, ganz im Sinne einer Integration. In der Regel gibt es für alle Anwesenden Tee und Kaffee und meist auch etwas Gebäck. Gäste sind willkommen!
Seit zwei Jahren helfen auch einige syrische Flüchtlinge fachkundig und regelmäßig in der Werkstatt mit.
Seit einem Jahr kommen mehr Menschen aus Afrika zu uns als aus arabischen Ländern. Diese Menschen sind traditionell und kulturell mehr ans Fahrradfahren gewöhnt als Araber. Sie nehmen das Angebot , ein gebrauchtes Rad geschenkt zu bekommen, gerne an.
Zur Zeit stehen leider kaum noch Fahrräder zur Verfügung, die an Flüchtlinge ausgeben werden können. Die Nachfrage ist immer noch groß, besonders Mountainbikes und Kinderräder sind gesucht und gefragt.
Wer noch ein Rad abgeben kann, wendet sich an Elisabeth und Norbert Martini (Tel. 06874 6531), um die Übergabe zu organisieren.
Die Werkstatt ist in einer ehemaligen Mädchentoilette der Grundschule Schmelz eingerichtet und der überdachte Teil des Schulhofs kann mitgenutzt werden. Die Gemeinde Schmelz hat den Raum hergerichtet und zur Verfügung gestellt.
Die Werkstatt ist vierzehntägig geöffnet, an den Samstagen dazwischen wird eine Mountainbiketour bzw. Radtour für Flüchtlinge angeboten.


Eine neue Phase in der Flüchtlingsbewegung scheint seit Beginn des Jahres 2018 begonnen zu haben. Wir mit unserer kleinen Einrichtung stehen am Ende der langen Kette, wir spüren die Veränderung aber auch. Kamen in den letzten drei Jahren mehr die arabischen Flüchtlinge nach Schmelz und zu uns, so sind es seit einem halben Jahr mehr Menschen aus Afrika, die zu uns flüchten und letztendlich auch bei uns in der Werkstatt auftauchen und nach Fahrrädern fragen.

Die Flüchtlinge aus Afrika, meist aus Eritrea und meist junge Männer, verändern etwas die Bedingungen und damit die Arbeit in der Werkstatt, es entsteht eine neue Qualität. Diese Menschen sind den Umgang mit dem Fahrrad aus ihrem bisherigen Umfeld mehr gewohnt als die arabischen Menschen. Sie übernehmen die Räder mit Viel Begeisterung, sind aber auch sachkundiger und oft kritischer. Sie probieren die Räder vor der Übernahme ausgiebig aus und schwirren nach Erledigung der Formalitäten fröhlich winkend davon.
Inzwischen kommen einige auch direkt von der Landeswohnsiedlung Lebach zu uns. Dort scheint es sich herumgesprochen zu haben, dass es in Schmelz Fahrräder gibt. Für uns kein Problem. Wir helfen in Fahrradfragen jedem gern.

In der ersten Phase haben wir es geschafft, einige Flüchtlinge für die Arbeit in der Fahrradwerkstatt zu begeistern und zu gewinnen. So arbeiten inzwischen vier bis fünf Syrer regelmäßig in der Werkstatt mit und sie können inzwischen auch die etwas komplizierteren Reparaturen wie z.B. Bremsen einstellen oder neu einbauen, erledigen. Für uns ist das eine Form von Integration. Dazu kommt, dass ein Werkstatttermin immer auch ein Ort der Kommunikation und des beiderseitigen Austauschs ist – mit Informationen und Hilfestellung für alle Beteiligten.
Für die schwierigen Aufgaben, wie z.B. eine Schaltung neu einbauen, sind die einheimischen Helfer gefragt.
Die ganz einfachen Reparaturen müssen die Flüchtlinge unter Anleitung entsprechend unserem Konzept selbst durchführen: Fahrradmantel wechseln, Schlauch reparieren, den berühmten Plattfuß.
Hin und wieder kommen auch Einheimische oder Spender wegen Fragen zum Fahrrad oder Hilfestellung zu uns. Gegen eine kleine Spende wird dann auch ihnen geholfen.
Ein Aufruf im Schmelzer Amtsblatt wegen weiterer Spenden von Fahrrädern hat uns inzwischen wieder eine volle Werkstatt beschert – und genügend Arbeit. Wir werden wohl – wie vor drei Jahren zu Beginn des Projekts – wieder eine Montagswerkstatt machen. An einem Wochentag abends kommen nur Mechaniker, um angefallene Arbeit zu erledigen…
Im Oktober wird es wieder einen Tag der offenen Tür geben, wo wir auf unser Projekt aufmerksam machen und drei Jahre Arbeit vorstellen und reflektieren wollen.
Norbert und Elisabeth Martini (www.nmbiking.de)

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