Fahrradtreff für Flüchtlinge: die Werkstatt

Einleitung

    Das Reparieren ist keine einfache Sache. Die Helfer kennen sich zwar gut mit der neuen MTB-Technik aus, aber mit solchen Rädern haben wir es in diesem Projekt eher weniger zu tun. Oft sind die Räder 10 Jahre alt und älter. Markenschildchen mit Namen wie Herkules, Schauff usw. kommen nach dem Entstauben zum Vorschein. Urige Schaltungen gibt es, schön anzuschauen, aber ganz schwer zu reparieren. Ersatzteile sind kaum zu bekommen, Fantasie ist gefragt. Oft können die Schaltungen gar nicht repariert werden. Probleme machen auch ausgeschlagene Tretlager. Oft müssen schwer beschädigte Räder ausgeschlachtet und dem Schrotthändler hingestellt werden. Viel Zeit kostet auch das Reparieren von Lichtanlagen, das kann einen manchmal zur Verzweiflung treiben.

    Öffnungszeiten:
    Samstags alle vierzehn Tage, von 10 bis 12 Uhr
    Schulhof Grundschule Schmelz, Saarbrückerstraße


Eine Chronologie der Werkstatt: das Neueste zuerst…
Zwei Jahre Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge
Nach zwei Jahre stillen Engagements in der Flüchtlingshilfe wollten wir nochmal auf unser Projekt hinweisen und haben deshalb Sponsoren, Honoratioren und die Schmelzer Bevölkerung eingeladen, an einem Samstagvormittag unsere Werkstatt und unsere Arbeit zu besichtigen. Wir haben angeboten, dass die syrischen Helfer kostenlos Fahrräder von Schmelzer Bürgern reparieren, um so symbolisch Danke zu sagen für die Aufnahme und Unterstützung in Schmelz in den vergangenen zwei Jahren.

Riesig war der Andrang nicht an diesem Tag. Immerhin konnten wir drei Fahrräder von Schmelzer Bürgern reparieren. Bürgermeister Emanuel, Pastor Lennartz und eine Vertreterin des Deutsch-Syrischen Freundschaftsvereins kamen vorbei und wir konnten einige Informationen austauschen und einige sinnvolle Gespräche führen.
Willkommen waren uns natürlich auch die vielen syrischen Helfer und diejenigen von ihnen, die Süßigkeiten vorbereitet hatten. Belal brachte aus Saarbrücken noch zwei Studienkollegen mit, denen wir Räder übergeben konnten. Eine MTB-Tour in Saarbrücken ist anvisiert….

Danke an alle ein- und ausheimischen Helfer, sie werden im Einzelnen diesmal nicht aufgezählt, ihr könnt sie auf den Fotos sehen:


Die letzte Werkstatt in diesem Jahr
Festgefressen hatte sich die defekte Sattelstütze im Rahmen eines Rades, das wir auf dem Geisweiler Hof eingesammelt hatten. Das Rad stand wohl zu lange im Freien. Alles Ziehen und Hämmern nutze nichts, sie wollte nicht heraus. Erst als Uwe etwas kräftigeres Werkzeug von zuhause holte, gelang es, die alte Sattelstütze zu lösen und eine neue einzusetzen. Drei Mann waren daran beteiligt. Nun kann das Rad weiter restauriert werden.

Das eisig kalte Wetter war wohl schuld daran, dass nicht sehr viele syrische Flüchtlinge mit defekten Rädern zu uns kamen. Zwei Neue waren da und bekamen ein Rad. Zwei Jugendräder und einige Kinderhelme wurden gebracht und ein gutes Damenrad – Vielen Dank nochmal an die Spender aus Eidenborn und Eppelborn. Vielen Dank auch an Pastor Lennartz von der Kath. Kirchengemeinde Schmelz, der uns besuchte und eine kleine Spende da ließ.

Da dies die letzte Werkstatt im alten Jahr 2016 war, bekamen die Helfer, die da waren, eine Weihnachtstüte als Dankeschön überreicht. Die anderern Helfer bekommen ihre Tüte bei der nächsten Gelegenheit. Geholfen haben diesmal: Uwe, Lukas, Obeida, Simon.

Nochmal der Hinweis: Wir können noch Kinder- und Jugendräder gebrauchen für die Familien, die inzwischen nachkommen konnten.
Allen Leserinnen und Lesern der „Werkstattgeschichten“ wünschen wir schöne Weihnachtstage!


Ruhige Zeiten
… im Herbst und vor Weihnachten
Kalte Hände bekamen wir diesen Samstag in der Fahrradwerkstatt. Zumindest die, welche mehr draußen waren als drin. Aber auch unserer Kundschaft war es an diesem Morgen scheinbar zu kalt: Es kamen nicht viele in die Werkstatt. Einige Räder wurden selbst repariert, andere von den Mechanikern. Wir bekamen auch noch neue gebrauchte Räder angeliefert, die nicht alle in einem guten Zustand waren. Für einige müssen noch Teile besorgt werden. Da gilt es immer zu überlegen und zu entscheiden, ob sich dies lohnt…

Mit dabei waren: Uwe und Elmar, Feras und Obeida. Danke für euren Einsatz!
Um 11.30 Uhr konnten wir die Werkstatt schließen….


Aufgehängt
… hat sich niemand – wir haben in der Werkstatt die Mountainbikes aus der Außener Schule aufgehängt, die sollten dort raus. Dazu musste eine platzsparende Aufhängung in unserer kleinen Werkstatt ausgedacht und installiert werden. Also an die Decke mit den Rädern! Jetzt können wir unsere 8 Mountainbikes, die wir für Touren ausleihen, in der Werkstatt unterbringen,ohne dass uns Platz für die anderen Räder verloren geht. Weil es so gut geklappt hat, musste auch noch eine Aufhängung für die Laufräder her. Wo wir schon mal dabei waren mit Dübeln und Schrauben, haben wir das auch noch hinbekommen.

Da außer Elisabeth,Tino und Elmar auch noch Feras, Belal und Aobeida dabei waren, konnten wir auch noch einige defekte Räder reparieren. Jetzt brauchen wir dringend neue Syrer, die uns die Räder abnehmen… Ein Rad wurde auch noch gesspendet und als Gegenleistung gab es für den Besucher viele Infos…

Eigentlich haben wir ja „Betriebsferien“, aber um den guten Kontakt zu unseren syrischen Mitarbeitern nicht abreißen zu lassen, haben wir diese außerordentliche Werkstatt veranstaltet. So gab es auch dann einen gemütlichen Abschluss mit Bier, Limo und Brezeln…
Für morgen sind wir zu einer MTB-Tour verabredet…


Geburtstag: Eine Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge in Schmelz, Juli 2016
Teil A: Eine Chronik
Der Start: Straßenwerkstatt
Im Juli 2015 fand die erste Fahrradwerkstatt für Flüchtlinge und mit Flüchtlingen statt, damals noch auf der Straße in einem von Syrern bewohnten Haus. Schon damals war klar: Wir sind kein kostenloser Reparaturservice, einfache Reparaturen müssen selber durch geführt werden. Von uns gab es das Werkzeug, die Materialien und die Hilfestellung. Komplizierte Sachen haben dann die sachkundigen Mechaniker übernommen. Glücklicherweise fanden sich bald Helfer aus dem Kreis der Lückners: Tino, Uwe, Jörg, Elmar und aus dem Kreis der Familie: Lukas, Benjamin (mehr Heimarbeit).

Straßenwerkstatt

juli16_87

Zuviel Treppen
Die nächste Werk-Station war dann die alte Grundschule in Außen. Es gab einen Kellerraum zum Abstellen der Räder und des Materials und einen Schulhof zum Arbeiten. Zwei Treppen erschwerten die Arbeit und den Transport sehr, so dass wir nach einer besseren Örtlichkeit Ausschau hielten… Aber immerhin fand dreimal dort eine Werkstatt statt, was nicht immer auf die Begeisterung der Flüchtlinge stieß, Außen liegt ziemlich hoch innerhalb von Schmelz. Von hier aus starteten wir dann auch zu mehreren Mountainbiketouren.

Alte Schule Außen
Der Fahrradtreff
Schnell war auch klar: Werkstatt allein genügt nicht, die Leute brauchen Fahrpraxis und Verkehrserziehung, denn die Verkehrsregeln von Syrien und Deutschland unterscheiden sich erheblich.
So kamen die Rad- und Mountainbiketouren zustande und der Verkehrsunterricht mit der Dillinger Polizei, welche auch die Schmelzer Grundschulen mit Verkehrsregeln versorgt. Beide Zusatzangebote waren nicht übermäßig stark nachgefragt, so dass wir es es gut auf die Reihe bekamen.

1. MTB-Tour

Verkehrserziehung

Die neue Werkstatt
Im Frühjahr ergab sich dann für uns – dank der Hilfe von OV Huberty und dank der unbürokratischen Zustimmung der Gemeinde und der Grundschule- dass wir einen für uns optimalen Raum fanden mit dem passenden Außengelände: die ehemalige Mädchentoilette der Grundschule. Mit Unterstützung des Bauhofes und in deutscher und syrischer Eigenregie konnten wir die Räumlichkeiten zu einer kleinen, aber funktionsfähigen, sogar gemütlichen Werkstatt umbauen. Offen samstags alle 14 Tage für die Flüchtlinge, jede Woche montags erledigen die einheimischen Mechaniker allein die aufgelaufenen Reparaturen.

Neue Werksstatt

Neue Werkstatt

Teil B: Das Fest
Ein Gast brachte seinen gespendeten Kuchen auf dem Gepäckträger seines Rades mit. Das hat natürlich prima zu unserem Fahrradfest gepasst…
Gegen Mittag waren wir mit dem Aufbau fertig: Tische und Bänke (geliehen vom Förderverein der Grundschule, Danke!), die Fotoausstellung (Stellwände geliehen von der Grundschule, Danke!), die Kuchen- und Getränkebar an einem langen Tisch an der Wand und der Kinderbücherflohmarkt…Danke an alle Spender von Kuchen!!

Mit den ersten Gästen kam auch Jörg, der die Spaßräder (geliehen vom Diakonischen Werk Völklingen) im Auto hatte. Sie wurden einfach auf den Schulhof gestellt, wo schon mit Pilonen und Verkehrsschildern ein kleiner Fahrradparcours aufgebaut war.
Norbert konnte als Gäste begrüßen: Yasser, der wieder dolmetschte, und N. Weber vom Deutsch-Syrischen Freundschaftsverein, Herrn Maus vom Kreis Saarlouis, Herrn Christian Joseph, den 2. Beigeordneten und Vertreter des Bürgermeisters, den Ortsvorsteher G. Huberty, Die Schulleiterin Frau Hoffeld, Helmut Neyses und Begleiter von den Radsportfreunden Körprich, die auch Flüchtlinge betreuen.
Später wurden noch die ein- und ausheimischen Mitarbeiter der Werkstatt begrüßt und bekamen ein gerahmtes Foto als Dankeschön: Jörg, Tino, Lukas, Benjamin, Raffa, Daniel, Feras, Aobeida, Belal. Ansonsten wurden alle Angebote rege genutzt, lediglich bei den Spaßrädern dauerte es etwas länger, bis sie auf größeren Zuspruch stießen. Erst als ein erster Erwachsener eine Runde drehte, kamen noch andere dazu und plötzlich waren alle Spaßräder in Bewegung. Die meisten davon sind exzentrisch eingespeicht, so dass sie wie mit einem riesigen Achter rollen, rauf und runter…
Fazit: etwa 60 Besucher und noch 6 gespendete Fahrräder, Es war für uns eine runde Sache…


Fahren lernen
Immer wieder erleben wir beim Fahrradtreff für Flüchtlinge in Schmelz etwas Neues. Diesmal gab es folgende Situation: Eine Mutter kommt mit drei Kindern und möchte für diese Kinderräder. Aber: Die Kinder können nicht Rad fahren. Was tun? Räder trotzdem ausgeben? Leute wegschicken? Sie suchen sich ein passendes Rad und lernen in der folgenden Stunde auf dem Schulhof Radfahren. Zwei unserer syrischen Helfer helfen dabei. Sie lernen sehr schnell und kurven mit Spaß über den Schulhof und später nach Hause…

Derweil reparieren wir Räder, geben neue aus… das übliche Samstagstreiben…

Noch einen Blick auf den Freitagabend: Elisabeth und ich waren bei den Almashs(Obeida, Belal) in die Goldbachstraße zum Abendessen eingeladen. Es war ein lustiger, gemütlicher und informativer Abend. Vielen Dank nochmal an die Jungs(!), die für die vielen Gäste gekocht haben. Es hat prima geschmeckt. Für uns Veganer war auch genügend Leckeres dabei: viel Reis, Gemüse, Salate. Nur mit den Getränken, sehr Süßes, kamen wir nicht so klar… Die Jungen haben ein bisschen von ihrer Flucht erzählt, z.B. dass sie zwei Monate auf dem Landweg unterwegs gewesen waren…

Danke an die Helfer an diesem Vormittag:
Organisation, Registierung: Elisabeth/ Mechaniker: Uwe, Lukas, Elmar, Jörg, Feras / Dolmetscher, Helfer: Alaah, Obeida, Belal…


Die Rahmennummer
Neu an diesem Samstag: Wir registrieren alle Räder, die wir herausgeben: Name des neuen Eigentümers, Wohnort, Radtyp, Marke, Rahmennummer. Es ist leider vorgekommen, dass ein Syrer Besuch von der Polizei bekam, weil jemand glaubte, er hätte sein Rad gestohlen. Was aber nicht der Fall war. Jetzt bekommen die Flüchtlinge eine Art Besitzbescheinigung von uns, wir machen für uns einen Durchschlag und alles hat seine Ordnung. Wir sind schließlich in Deutschland. Im guten Sinne!

Elisabeth hat sich um diese Registrierung gekümmert, Belal als Unterstützung zur Seite. Nicht immer gab es eine Rahmennummer, aber es muss dann auch so gehen…
Die Werkstatt war wieder gut besucht. Die Mechaniker, deutsche (Tino, Jörg) und syrische (Belal, Obeida, Feras, Muhsem) haben wiedermal gute Arbeit geleistet und die Werkstatt war beim Einräumen wieder halb leer. Inzwischen sind viele Kinder und Jugendliche Stammgäste hier: Es ist ja auch viel los und oft kann man noch etwas „abstauben“. Was wir aber nicht mehr machen: Räder umtauschen, nur weil ein anderes Rad besser gefällt, es müssen schon triftige Gründe vorliegen. So gab es an diesem Morgen einige lange Gesichter…
Die nächste Werkstatt wird erst in drei Wochen stattfinden, weil in zwei Wochen der Schulhof nicht frei ist. Stattdessen wird es in zwei Wochen endlich wiedermal eine MTB-Tour geben….


Ein sonniger (Werksstatt)Tag

Es war nicht nur das tolle Wetter an diesem Samstagmorgen, das uns zufrieden nach der Arbeit nach Hause fahren ließ.
Nach dem chaotischen letzten Werkstatttermin haben wir uns einige Gedanken über eine Neuorganisation und Verbesserung gemacht und diese auch umgesetzt.
So gibt es ein Anmeldesystem über Doodle für die Patinnen und Paten, was aber noch nicht gut funktioniert hat.

Auch Ablauf und Organisation der Werkstatt selbst wurden geändert und haben sich bewährt:

    – Wer zu uns kommt, muss sich zuerst anmelden
    – Dort werden Schäden am Rad und Name des Besitzers auf einem Klebezettel notiert
    – das gekennzeichnete Rad wird auf einen bestimmten Platz gestellt, wo sich die Mechaniker nach Herzenslust „bedienen“ können
    – Neulinge können sich ein Rad aussuchen, es ausprobieren und Name und Radmarke werden dann notiert. Diese Räder stehen ebenfalls auf einem gekennzeichneten Platz, wo jemand von den Helfern
    die Übergabe regelt.
    – die Werkstatt selbst soll nur von den Mechanikern betreten werden, um ein relativ ungestörtes Arbeiten zu ermöglichen.
    – die Mechaniker können aber auch draußen arbeiten, dort gibt es zudem Kaffee und Tee für den, der möchte…

Nicht nur das Wetter hat Laune gemacht, es hat scheinbar auch einige Syrer angesteckt und sie zum Helfen animiert. Zwei Männer sind extra zum Helfen gekommen, so dass fünf syrische Mechaniker an diesem Morgen zugange waren. Wer ein Rad mit einem Plattfuß bringt, muss eh sein Rads selbst reparieren…

Der Ansturm insgesamt war auch nicht so groß, so dass wir alles und „jeden“ geregelt bekamen. Fast alle fertigen Räder konnten an Neuankömmlinge ausgegeben werden. Einige gingen leider leer aus…

Den fleißigen Helfern/Innen: vielen Dank!
Organisation: Elisabeth, Lukas, Norbert
Mechaniker: Tino, Jörg, Feras, Bilal, Mohammad


Zu viel Andrang
Gottseidank haben wir vor der Werkstatt auf dem Schulhof und im überdachten Teil viel Platz. Auch das Wetter war zumindest bis gegen die Mittagszeit nicht so schlecht, so dass die Menge an Leuten, die an diesem Samstag zu unserem Werkstatt-Treff kam, untergebracht werden konnte. Zur Hauptstoßzeit gegen 11 Uhr waren bestimmt 40 Menschen und noch mehr Räder auf dem Schulhof versammelt.

Wir waren an diesem Tag personell leider nicht so stark besetzt (2 Mechaniker und 2 Organisatoren), so dass es in dieser Zeit recht anstrengend udn chaotisch war. Auch die syrischen Helfer (vollzählig anwesend) waren ständig im Einsatz. Neue Räder wurden (natürlich dankenswerterweise) gebracht. Reparierte konnten ausgegebn werden. Und es kamen viele „Kranke“, die versorgt werden mussten. Tino (drinnen) und Jörg (draußen) taten ihr Möglichstes. Lukas steuerte das Ganze, ich selber half mit halber Kraft.

Für die Zukunft müssen wir uns ein anderes Konzept überlegen, sonst ist das Projekt in der Form nicht länger für uns machbar.
Was wir brauchen sind natürlich immer noch willige Schrauber und Helfer. Da wir zur Zeit noch nicht genügend davon haben, müssen wir wohl eher den Strom der Hilfesuchenden anders und besser kanalisieren An einem für alle Beteiligten passenden Konzept (z.B. Voranmeldung, Kontingentierung usw.) wird noch gearbeitet.

Gegen Ende der gefragten Veranstaltung taucht noch Peter B. auf und bringt dankenswerterweise Material mit: Helme, Trikots des Teams, das er als Physio betreut…Siehe Facebookeintrag<

Im neuen Jahr geht es weiter
Es gab an diesem ersten Werkstatttermin im neuen Jahr allerhand zu tun. Zeitweise wuselten bis zu vierzig Menschen auf dem Schulhof und vor der Werkstatt herum. Und dann stand der „Chef“ nur mit halber Kraft zur Verfügung… Dabei gibt es immer so viel zu regeln: Abeitsaufträge müssen verteilt werden, diesmal an Uwe, Jörg, Elmar, Obeida, Feras (Danke, dass ihr wieder dabei wart!) Danke auch an Lukas, der diesmal die Schlüsselgewalt besaß und viel geregelt hat und auch an Mara, die das erste Mal dabei war und auf den „Chef“ aufgepasst hat…

Einige neue, gebrauchte Räder wurden gebracht, über zehn an Radlose weiter gegeben – immer mit Warnweste!
Für Montagabend ist noch genug Arbeit übrig….


Ein „ruhiger“ Werkstatttag
Das war ja ein relativ (!) ruhiger Werkstatttag. Sogar die Sonne ließ sich blicken und wir konnten draußen arbeiten – bis auf Tino, der wirkte drinnen und ließ irgendwelchen Punk laufen…
Ansonsten waren als Helfer noch Jörg, Lukas, Bilal und Feras dabei.

Und sehr erfreulich: Wir haben jetzt Strom, können also auch Kaffee und Tee kochen. Und die Werkstatt weiter einrichten: Regale andübeln, Aufhängevorrichtungen anbringen usw.

Als die Limbacher mit drei Leuten und einem Anhänger vorfuhren, freuten wir uns schon: Die nehmen bestimmt viele Räder mit. Doch der Anhänger war voll mit gespendeten Rädern. Zum Teil sehr guten, die wir nach einem kurzen Check, bisschen Luftdruck wieder weitergeben konnten.
Zwei neue Menschen aus Schattertriesch bekamen auch zwei Räder – und sie wollten auch unbedingt zwei Luftpumpen…

… und dass noch nicht richtig Winter ist, war an diesem Morgen daran zu erkennen, dass einer der Syrer mit nackten Füßen und Badelatschen zum Radabholen kam…

Nach dreieinhalb Stunden Arbeit: die Werkstatt ist am Ende des Vormittags noch genau so voll wie zu Beginn des Tages…


Ein Anhänger voller Räder
Ein Mann stand schon um 8.30 Uhr an der Werkstatt und wartete. Er war von Schatteriesch zu Fuß her gekommen. Er spricht kein Englisch und noch kein Deutsch. Er hilft, die Werkstatt frei zu räumen. Dann bekommt er ein Fahrrad, einen Lappen und Reinigungsspray in die Hand gedrückt und ist erstmal für die nächste halbe Stunde beschäftigt. Zufrieden und dankbar dampft er bald mit neuem Rad und neuer Warnweste zurück nach „Hause“…

Kaum neun Uhr und schon sind auch schon einige Kinder da und probieren natürlich alle kleinen Räder und ein bisschen Gebäck aus.
Dann trudeln die jungen syrischen Helfer ein: Feras, Bilal, Mohammad, Alaa, Obeida. Letzterer ist diesmal ganz auf sich gestellt (kein Uwe, kein Tino da), er hilft seinen Kumpels und einmal hängt er sogar selbständig ein Rad auf den Montageständer – so wie er es jetzt schon oft gesehen hat – und probiert die Schaltung und das Licht aus… Gelernt ist gelernt!

Irgendwann fährt dann ein Auto mit Anhänger vor: voll mit Rädern, sieben an der Zahl, ein Kinderrad. Die Nachbarschaft hat beim Vollladen geholfen…
Interessiert schauen sich sich die Werkstatt an und stellen Fragen…

Einmal kommt Feras an seine Grenzen. Ein Mantel will nicht von der Felge. Schraubenzieher, Zange, viele Hände, nichts hilft. Da tauschen wir das Vorderrad kurzerhand gegen ein anderes aus, das in der Werkstatt verloren herumsteht.

Zum Jahresabschluss gibt es noch ein Gruppenfoto mit allen, die um 12 Uhr noch da sind – und für die syrischen Helfer ein kleines Geschenk, bestehend aus Naturalien. Und شكرا لمساعدة
..


Umgezogen: Fahrradtreff für Flüchtlinge in Schmelz
Wie in einem Taubenschlag geht es an diesem Samstagmorgen zu: Menschen kommen und gehen, Räder kommen und gehen, Autos kommen und gehen, Blätter kommen und gehen…
Es ist die Eröffnung unseres Fahrradtreffs für Flüchtlinge in Schmelz – in neuen Räumen. Neue Räumlichkeiten stehen uns jetzt offiziell zur Verfügung: die ehemalige Mädchentoilette der Grundschule, umgebaut zu einer kleinen Werkstatt. Der große Schulhof mit weitläufiger Überdachung kommt unseren Zwecken sehr zugute. Hier können wir gespendete Fahrräder entgegen nehmen, weitergeben, testen, reparieren, wieder probefahren, stapeln…

Ein herzliches Dankeschön an die Gemeindeverwaltung, die hier ziemlich schnell geholfen hat. Es gibt jetzt viel Platz für uns, denn ein Fahrradtreff ist immer auch ein Ort der Begegnung.

Im ersten Teil des Vormittags wird zuerst alles für den Betrieb hergerichtet. Zwei junge Syrer sind schon um neun Uhr zur Stelle. Alle Fahrräder müssen aus der Werkstatt heraus und draußen aufgereiht werden. Am besten schon sortiert nach Art und Schwere der „Krankheit“. Einige fertige sind auch dabei, sie bekommen gleich ein Zettelchen mit dem entsprechenden Vermerk. Sie können sofort an Neuankömmlinge abgegeben werden. Die Tische und Bänke werden aufgestellt. Elisabeth richtet Kaffee, Tee und selbst gebackenes Früchtebrot her. Denn wir haben zu diesem Treff auch ein paar Gäste eingeladen.

So kommt OV Günter Huberty, stellvertretend auch für den Bürgermeister. Er bringt einen Umschlag mit ein paar Scheinen mit – nicht nur eine übliche Geste, sondern für uns eine wirkliche Hilfe. Mit diesem Geld können wir wieder eine Menge Ersatzteile kaufen. Aus seinem privaten Fundus stellt er auch noch einiges an Material zur Verfügung. Er hat uns auch diesen Raum vermittelt.
Frau Hoffeld, die Leiterin der Grundschule, nimmt sich auch die Zeit, um sich anzuschauen, was auf „ihrem“ Gelände Interessantes passiert.
Stefan, „de Präsi“ vom RV Möve, kommt vorbei, auch nicht mit leeren Händen, sondern er lässt auch ein paar nützliche Utensilien da, wie zum Beispiel Trinkflaschen.
Einige Patinnen/Betreuerinnen der Flüchtlinge sind da. Marlene besorgt sogar eine Flasche Sekt, damit „das Kind“ getauft werden kann.

Etwa zehn Räder wurden uns an diesem Morgen von Spendern vorbei gebracht, bestimmt zehn überarbeitete konnten wir weitergeben, einige stehen schon fertig zum Abholen bereit, einige müssen aber auch an den Schrotthändler weitergegeben werden.
Viele neue Gesichter tauchten auf, wurden begrüßt, ihre Namen leider meist wieder vergessen…
Einige (Ali, Hiob, Yohannes) legten gut mit Hand an: Sie wechselten Schläuche, bauten Teile wie Schutzblechhalterung ab und neu an…

Natürlich nicht zu vergessen in der Liste der Helfer, die Mechaniker, ohne die nichts laufen bzw. zum Laufen gebracht werden könnte: Benjamin, Tino, Uwe, Elmar, Jörg, Lukas…

Am Schluss – wir hatten fast alles wieder eingeräumt – stand dann noch einsam und vom Besitzer verlassen ein Rad auf dem Schulhof. Wem gehört es? Wer hat es gebracht? Wer hat es vergessen?
Ab mit ihm zu den anderen, nächste Woche geht es weiter…


Der „neue“ Fahrradtreff wird eingerichtet und getestet
Freitagabend:
Es ist dunkel, feucht und warm. Wir schwitzen. Mit Bilal und Mohammad jun. transportieren wir Material und viele Räder von der alten Grundschule Außen in die neue Grundschule Bettingen. Wir müssen ein paar Mal fahren, bis wir das Wichtigste zumindest rüber geschafft haben. Der neue Raum ist schnell voll gestellt…

Samstagvormittag:
Es ist kein Sprechtag für kranke Fahrräder, der findet nächsten Samstag statt.
Wir richten die Werkstatt etwas ein, d.h. sie muss erst wieder ausgeräumt werden: Die Sitzgarnituren kommen raus, fast alle Räder kommen raus. Auf dem großen, zum Teil überdachten Schulhof ist viel Platz. Jetzt kann die Werkstatt genutzt werden… Es kommen auch zum ersten Mal die von Bikeaid gesponserten Montageständer und Werkeuge zum Einsatz.
Tino, Uwe und Elmar sind als Mechaniker dabei, später kommt noch Firas. Die Jungs aus der Goldbachstraße sind ebenfalls wieder als fleißige Helfer dabei.
Mit einigen Leuten wurde abgesprochen, dass sie vorbei kommen und Räder bringen und abholen können. So konnten ein paar neue „Hüttersdorfer“ Flüchtlinge mit Rädern versorgt werden.

Verflixt feucht ist es geworden. Bald kleben mehr Herbstblätter auf dem Boden der Werkstatt als draußen auf dem Schulhof.
Ein bisschen Pause gönnen wir uns auch mal zwischendurch: Es gibt Kaffee (Tino hat sogar eine Kaffeemaschine mitgebracht, aber keinen Strom, den müssen wir uns noch legen lassen), Brezel, Riegel, Sprudel…
Einiges an Werkzeug muss noch angeschafft werden, dann können wir nächste Woche mit großer Besetzung zeigen, was wir können :-)
Nächsten Samstag wollen wir die Werkstatt ein wenig einweihen und auch ein paar Leute mehr dazu einladen.

Was jetzt schon klar ist: Wir brauchen auf jeden Fall noch mehr Räder und Helme. In Schmelz (inklusive Hüttersdorf und Limbach) leben derzeit 168 Flüchtlinge. Lange nicht mehr kennen wir alle Gesichter… Also muss man sie irgendwie anders festhalten. Am Schluss des arbeitsreichen Vormittags machen wir noch ein paar Quatschfotos auf dem Schulhof…
Herzlichen Dank an alle einheimischen und ausheimischen Helfer!


Arbeit an und in der neuen Werkstatt
Die Arbeiten für die „neue“ Werkstatt in der Grundschule Bettingen haben begonnen. Vier syrische Männer haben geholfen, so dass wir die Wände der alten Toilette herausreißen konnten. Der Schutt wurde zu einem Container gebracht. In den Pausen haben wir ein bisschen Deutsch geübt…

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Chaos auf dem Schulhof
Irgendwann nach gut zwei Stunden schienen die Werkstattleute den Überblick verloren zuhaben. Überall lagen und standen ganze, halbe, viertel Fahrräder herum, kreuz und quer. Einzelteile lagen auf dem Boden verstreut. Ab und zu erscholl der Ruf: Wer hat den 15er? So etwas passiert, wenn vier Mountainbiker versuchen, alte Fahrräder zu reparieren und dabei die Anwesenden mit einzuspannen…

Der dritte Fahrradtreff, der eigentlich eine Fahrradwerkstatt ist, fand diesmal auf dem Schulhof der alten Grundschule Schmelz-Außen statt. In der Schule können inzwischen die gespendeten Räder und einiges an Material gelagert werden. Noch ist das Wetter so gut, dass im Freien gearbeitet werden kann. Im Gewölbe der alten Schule wäre es wohl zu eng geworden.
Wir hatten an diesem Tag viele Helfer: Zu den drei einheimischen Mechanikern (Benjamin, Uwe, Tino) gesellte sich ein syrischer (Firas, wo war der zweite abgeblieben?). Mohammad und seine drei Jungs aus der Goldbach haben ebenfalls sehr fleißig und sehr anstellig geholfen. Sie haben Räder auseinander gebaut, Mäntel gewechselt, Schläuche geflickt, einen sogar drei Mal…

Im Keller hatten sich über zehn Räder angesammelt, die zu reparieren waren. Einige mussten ausmustert werden, weil bestimmte Teile (Lager, Schaltung) nicht mehr zu reparieren waren. Diese Räder dienen jetzt als Ersatzteillager.
Vorrangig sind natürlich an diesem Vormittag die Räder repariert worden, die uns die Flüchtlinge gebracht haben. Auch da haben oft die Ersatzteile gefehlt, die erst nächste Woche besorgt werden können. Einige neu Angekommene, noch Radlose haben auf ein Fortbewegungsmittel gewartet, bis sie fertig waren. Sie waren mit ihren Betreuerinnen (Paten) gekommen. Besucher sind immer willkommen, es geht ja auch um Kontakte…

Mohammad versuchte öfters dem ein oder anderen ein paar arabische Vokabeln beizubringen, doch das wurde dann vom Werkstattleiter (natürlich lachend und als Scherz) unterbunden. Schließlich seinen sie zum Arbeiten hier, bestenfalls um Deutsch zu lernen…

Inzwischen wird die Schmelzer Flüchtlingshilfe auch von Bike Aid unterstützt. Ein großes, leihweise zur Verfügung gestelltes Zelt wurde das erste Mal getestet und soll die Mannschaft von zukünftigen Schlechtwetterattacken schützen. Finanzielle Unterstützung zum Kauf von Werkzeug und Material hat Eric Haus, der Vorsitzende von Bike Aid, ebenfalls zugesagt. Herzlichen Dank von allen Beteiligten. Bike Aid will auch weitere Initiativen, die sich um Fahrräder für Flüchtlinge kümmern, in ähnlicher Weise unter die Arme greifen…

Als dann um ein Uhr noch ein Trupp mit Fahrrädern anrückte, konnte nur noch Luft gepumpt in die schlappen Reifen und auf nächste Woche vertröstet werden. Denn auch bei den Helfern war die Luft raus, da konnte keine Pumpe mehr helfen…
Herzlichen Dank nochmal an alle einheimischen und ausheimischen Helfer!


Reparieren zwischendurch
Inzwischen läuft das Projekt. Nach einem Bericht im Amtsblatt über die Fahrradwerkstatt mit/für Flüchtlinge und der Bitte um gebrauchte Fahrräder kommen jeder Woche eine Menge Mails mit Angeboten. Die private Garage ist übervoll. Ein Raum für Werkstatt und Abstellen der Räder ist in Aussicht…

Wir widmen uns auch öfter mal zwischen den Fahrradtreffs zuhause den Rädern: Tino, Benjamin. Da es inzwischen so viele sind, müssen sie so schnell wie möglich unter die Leute. Also genügt es nicht, einmal im Monat eine Werkstatt einzurichten und dort die Räder zu verteilen. Wir werden jetzt wohl dazwischen noch regelmäßig einmal im Monat einen Samstag reservieren, wo sich nur die Mechaniker und Helfer treffen, um Räder wieder fit zu machen…

Das Reparieren ist keine einfache Sache. Die Helfer kennen sich zwar gut mit der neuen MTB-Technik aus, aber mit solchen Rädern haben wir es in diesem Projekt nicht zu tun. Oft sind die Räder 10 Jahre alt und älter. Markenschildchen mit Namen wie Herkules, Schauff usw kommen nach dem Entstauben zum Vorschein. Urige Schaltungen, schön anzuschauen, aber ganz schwer zu reparieren. Ersatzteile sind kaum zu bekommen, Fantasie ist gefragt. Oft können die Schaltungen gar nicht repariert werden.
Viel Zeit kostet auch das Reparieren von Lichtanlagen, das kann einen manchmal zur Verzweiflung treiben. Vergleichsweise gut funktioniert es mit dem Reparieren von Bremsen…

Die Spender meinen es alle gut. Die Räder sind ihrer Meinung nach zu schade, um sie dem Alteisenhändler zu geben, aber zu verkaufen sind sie auch nicht mehr. Oft liegen auch noch Uraltteile herum. Also kommen wir gerade recht – und etwas Gutes tun sie auch noch…


2. Fahrradtreff Schmelz
Viele Ersatzteile liegen bereit und warten auf ihr neues Leben. Wiedergeburt bei Fahrradteilen?…
Und viele Helfer warten an diesem Samstagmorgen auf Arbeit: Lukas, Jörg, Tino, Uwe… Kommen genügend Leute mit defekten Fahrrädern, damit auch alle Helfer etwas zu tun haben? Zwei Räder, die gespendet wurden, konnten anfangs gereinigt und gecheckt werden. Und es hat dann eine Stunde gedauert, bis alle Mechaniker mit Arbeit versorgt waren.

Einfache Arbeiten, wie Schlauch und Mantel wechseln, haben einige Männer selbst übernommen. Die komplizierten Sachen wie Bremsen und Schaltung einstellen, Licht reparieren durften dann die Spezialisten machen.
Die fünf, in den letzten Tagen gespendeten Räder wurden alle an den Mann gebracht. Eine syrische Frau ging noch leer aus, für sie werden wir nächste Woche etwas Passendes suchen. Viele neue Gesichter waren gekommen, unter anderem auch drei Männer aus Afghanistan. Andere kamen nur vorbei, um Tach zu sagen und ein Schwätzchen zu halten.

Natürlich ging es auch diesmal etwas hektisch und chaotisch zu: Mancher musste an zwei Rädern arbeiten, Auskunft geben, einen Schraubenschlüssel suchen…
Um 12.30 Uhr sah es so aus, als könnten wir Feierabend bzw. Mittag machen, da kam noch ein junger Mann, sein Rad schiebend und in einer Plastiktüte die Kette. Heimschicken? Jörg und Uwe übernahmen dann diese letzte Arbeit, während die anderen schon der Einladung zum Essen und Teetrinken ins Haus der Syrer folgen.

Vielen Dank an die Spender der Fahrräder und an die Helfer an diesem Vormittag.
Bericht im Amtsbaltt und im Wochenspiegel


Das erste Fahrradtreffen für Flüchtlinge
Die Szenerie war schon ziemlich südländisch: Fahrradtreffen mit und für Flüchtlinge in einer Schmelzer „Hinter“gasse. Zwei Montageständer, eine Biergarnitur und viele Fahrräder und viele Leute. Lukas und Tino haben alles gegeben, um die zum Teil eher schrottreifen Räder zum Laufen zu bringen. Mohammad hat den Dolmetscher gemacht für die Syrer, die kein Deutsch und kein Englisch können. Mohammad_2 hat seinen Plattfuß (fast) selbst repariert.

„Neue“, funktionstüchtige Räder wurden gegen „alte“ getauscht. So konnte Yohannes (aus Eritrea) sein altes Herrenrad gegen ein Mountainbike tauschen, Ajham sein Damen- gegen ein Herrenrad…undsoweiter.

Das Hauptproblem waren die Cantileverbremsen. Zum Teil müssen wir noch neue Züge besorgen. Einige spezielle Schrauben müssen ebenfalls besorgt werden.
Über zehn Fahrräder mussten zum Doktor in Behandlung, die Leute gingen und neue kamen. Testfahrten wurden gemacht und Witze…
Nach zwei Stunden: der gemütliche Abschluss mit Händewaschen, Tee und Selfies für die Familien zuhause… Vielen Dank an Tino und Lukas für ihre tatkräftige Hilfe!


Die Ankündigung
Auf der Infowand in der alten Grundschule Schmelz/Außen, wo wieder das monatliche Flüchtlingscafe stattfand, stand zu lesen: bicycle-meeting for refugees. Yasser übersetzt die Informationen für die Anwesenden ins Arabische. Am Mittwoch wird also das erste Werkstatt-Treffen in Schmelz stattfinden. Ein geeigneter Ort ist noch nicht gefunden. Wir werden uns im Freien treffen und unsere Montageständer aufbauen. Einige haben sich schon angemeldet: „My brakes are down…“

Das wird eines der Hauptprobleme sein: die ollen Cantileverbremsen zum Funktionieren bringen…
Die Fahrradwerkstatt soll nach Möglichkeit regelmäßig stattfinden, vorzugsweise samstagvormittags, in einem festen Rhythmus.
Schön wäre es, wenn man noch eine kleine Tour anschließen könnte. Wir sind gespannt, wie es anläuft…

Info in der alten Schule Bicycle ABC


Sie fahren mit den ältesten Rädern durch die Gegend. Eine lockere Schraube und ein Plattfuß sind schon ein Problem. Asylbewerber wollen und müssen etwas mobil sein, ein Fahrrad ist da eine gute Möglichkeit, um zumindest kürzere Strecken zu bewältigen.
Gebrauchte Fahrräder aufzutreiben, funktioniert vielleicht noch, ist aber schon schwierig. Sie zu pflegen und gegebenenfalls zu reparieren, ist ein Problem.

Die Idee: einen regelmäßigen Fahrrad-Treff für Rad fahrende Asylbewerber in Schmelz einrichten, z.B. monatlich. Dort könnten (relativ einfache) Reparaturen durchgeführt – und vor allem, die Leute angeleitet werden, Reparaturen in Zukunft selbst in die Hand zu nehmen…

    Was wäre nötig?
    – ein Ort, wo man diese Reparaturen im Trockenen durchführen kann, ein Schuppen, eine leere Garage in Schmelz
    – ein paar Leute, die sich ein wenig aufs Schrauben und Reparieren verstehen, vielleicht ein bisschen Englisch können und ein Herz für Menschen in Not haben
    – ein paar Leute, die einmal im Monat zwei Stunden Zeit mitbringen

Vielleicht kann man an einem solchen Tag auch eine kleine Fahrradtour machen und das Ein und Andere in Bezug auf Verkehr und Technik am Rad üben. Das Projekt ist natürlich ausbaufähig, so wie es in vielen Städten und Orten Deutschlands schon üblich ist: gespendete Räder herrichten, Räder ausleihen, Notfalldienst einrichten, Workshops…

>> Wer Interesse an einem solchen Projekt hat,
>> wer noch ein gebrauchtes Rad irgendwo herumstehen hat,
>> wer einen Platz in Schmelz für ein solches Projekt kennt oder zur Verfügung stellen kann,
kann sich per Mail oder über den Kommentar melden…

Schöner Umweg zurück No Jobs heute...


Eine Antwort auf „Fahrradtreff für Flüchtlinge: die Werkstatt“

  1. Hallo,

    ich möchte gerne 2 Fahrräder abgeben. 24″ Mädchenrad und 26″ Damen-Treckingrad.
    Beide reparaturbedürftig.
    24″ Rad: Kette springt ab, müsste womöglich nur eingestellt werden
    26″ Rad: Gangschaltung lässt sich nicht mehr so richtig schalten, Vorderrad Schlauch kaput.

    Wo und zu welchen Zeiten kann ich die Räder abgeben. Bin voll berufstätig.

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